14. REISEBERICHT: 15.10.-21.10.2002

Von Denver über die Rockies nach Moab

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Nachdem der Landy auf Vordermann gebracht wurde, ging es von Denver aus in die Rockies. Es ist unglaublich, ein dreispuriger Highway führt durch die Berge und schlängelt sich über Pässe von über 2700 Metern Höhe. Wir haben bei Idaho Springs eine schottrige Abkürzung Richtung Rocky Mountain NP genommen und fuhren bis zum Park auf einer Kammstrasse in einer Höhe von etwa 2700 Metern. Im Park machten wir noch eine kurze Wanderung zum Bierstadt Lake (nein, Petr hat nicht gehofft es gäbe Bier dort !!!), doch nicht einmal Wasser hat es dort gehabt, voll ausgetrocknet war die Pfütze! Es ist schon gewöhnungsbedürftig auf fast 3000m in Wäldern herumzuwandern, da die Aussicht von den Bäumen verdeckt wird; die Baumgrenze ist hier bei ca.3500m angesiedelt. Anschliessend schlängeln wir uns auf den 3713m hohen Iceberg Pass hoch. Die Berge rundherum sind im Vergleich zu den Alpen sanfter und viel weniger schroff. Die Nacht haben wir im Park auf 2700m Höhe und -12 Grad Celsius Aussentemperatur im Auto verbracht. Im Auto drin ist die Temperatur auf "wohligen" 0 Grad geblieben, doch am Morgen stand Eis kratzen auf dem Programm, aber von innen! Zum Glück hat uns Marc zu sich in sein Wohnmobil zu einem üppigen Frühstück eingeladen, so konnten wir wieder ein wenig auftauen.
Vom Rocky Mountains NP folgten wir dem Colorado River, durch wüstenähnliche Landschaft und sind dann Richtung Lake City abgebogen, um eine kleine Schotterstrasse über den Engineer Pass zu nehmen, der fast 4000m hoch ist und landschaftlich sehr attraktiv sein sollte (gemäss Offroadbuch). Landschaftlich wurden wir nicht enttäuscht, die Strasse wurde gegen oben hin immer anspruchsvoller, wir sind nur noch im Kriechgang raufgefahren, die Aussicht war einmalig, doch auf 3800m war Endstation: Dicke Schneemassen blockierten den Weg und verunmöglichten eine Überquerung. So parkten wir unseren Landy, packten die Wanderschuhe aus und nahmen die letzte Meile unter die Füsse. Das Panorama der uns umgebenden, schneebedeckten fast 5000er und die Stille hatte etwas Erhabenes an sich. Vor lauter Aussicht geniessen hat es mittlerweile eingedämmert und wir war immer noch auf fast 4000m. Bei Dunkelheit erreichten wir eine Ebene auf 3400m, wo wir unser Nachlager errichteten. Die Temperaturen sind über Nacht auf über -15 ˚C abgesunken. Gekocht , gegessen und geschlafen wurde im Landy drin. Wir haben diese frostigen Temperaturen erstaunlich gut hinter uns gebracht, einzig das Rausschälen aus dem wohlig warmen Schlafsack und dann die Warterei auf die wärmende Wirkung der Sonne, liess und mit den Zähnen klappern. Doch ein warmer Toast und eine heisse Schoggi liess unsere Lebensgeister langsam auftauen.
Nach dieser gescheiterten Rockies-Überquerung mussten wir den ganzen Weg von Lake City zurück fahren. Weitere Pässe liessen wir bleiben und sind schnurgerade nach Moab gefahren.
Moab war früher ein Minendorf in welchem nach Uran, Kobalt etc. geschürft wurde. Daher existiert ein weitläufiges Netz von besseren und schlechteren Schotterstrassen, die jetzt von zwei- und vierrädrigen Offroadern und Bikern genutzt werden. Bekannt sind vor allem die Slickrocks: Sandstein der unglaubliche Schräglagen erlaubt, doch davon mehr im nächsten Reisebericht.

Hoch über Idaho Springs
Central City: Früher prosperierende Goldgräberstadt, heute eine blühende Glücksspielhochburg.
Auf dem Weg zum Rocky Mountains NP
Panorama vom Rainbow Turn im Nationalpark

Im Rocky Mountains NP
Eiskratzen ist angesagt!
Morgenstund hat Frost, ähhh Gold im Mund
Entlang des Colorado Rivers. Man beachte den Zug im Tal (ca. 120 Wagen!)
Auf der I70 entlang des Colorado
Am Black Canyon of the Gunnison River. Der Abbruch ist rund 670m tief!

Herbststimmung
Cowboys: Es gibt sie immer noch!
Es geht rauf auf den Engineer Pass
Hier ist Sackgasse

Auf dem Engineer Pass
Es geht runter von unserem Übernachtungsplatz wieder zurück auf die Hautpstrasse Richtung Moab