15. REISEBERICHT: 22.10.-28.10.2002

Rund um Moab: Bike, Hike und Four Wheel Drive

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe: White Rim Trail

Wie im letzten Reisebericht versprochen, kommen hier unsere Erlebnisse rund um Moab. Insgesamt blieben wir über ein Woche in Moab. Den ersten Tag quälten wir unseren Landy auf einer einfachen Einsteigertour über Schotter und Sanddünen. Die nächsten drei Tage quartierten wir uns an einem ruhigen Ort in der Wüste ein und quälten uns und unsere Mountainbikes über diverse Routen. Jede Route hatte einen absolut anderen Charakter. Am ersten Tag wählten wir eine einfache Einsteigerroute, mit Single Trail und Slickrock. Slickrock ist Sandstein auf dem Reifen der Mountainbikes absolut genialen Halt haben, Auf- und Abfahrten in irrem Winkel sind möglich. Am zweiten Tag wollten wir eigentlich noch mehr Slickrock fahren, doch irgendwie haben wir den richtigen Weg nicht gefunden und sind stattdessen nur im Sand geradelt. Folge davon: viel Schweiss für wenig Kilometer. Am dritten Tag haben wir dann unseren Slickrock auf dem Bartlett Trail endlich gefunden und voll genossen: wie auf einer überdimensionalen, versteinerten Welle konnten wir mit unseren Bikes herumkurven.
Um unserem hartgewordenen Sitzfleisch eine Ruhepause zu verschaffen, machten wir tags darauf einen Exkurs in den Arches NP: Durch Erosion entstandene Steinbogen in den verschiedensten Variationen und Farben. Ein Pfad führt an den schönsten Bogen vorbei. Auf dem Rückweg zum Auto wählten wir den primitive trail, der einiges an Kletterei über Kuppen und Felsen beinhaltete.
Als absolutes Mountainbike-Highlight sparten wir uns den Slickrock Trail für den Schluss auf: Ein 20km langer Rundkurs wie es der Name sagt, nur über Slickrock, der motorisiert oder nichtmotorisiert unter die zwei Räder genommen werden kann. Wir wählten die schweisstreibende nichtmotorisierte Variante. Es war ein absolut geniales Erlebnis: Slickrock vom Feinsten, schwierigste Abfahrten, bei denen man das Gefühl hat über den Lenker zu fliegen, Auffahrten, fast senkrecht, doch das Hinterrad klebt und wenn die Oberschenkel mitmachen, so kommt man auch rauf. Wird aber das Gewicht  falsch verlagert, so gibt es einen Wheelie oder das Hinterrad rutscht durch und man schlittert unsanft den Felsen wieder runter. Das ganze führt durch eine fantastische Landschaft ob Moab mit genialen Ausblicken runter auf den Colorado River. Kurzum DAS Eldorado für jeden Mountainbiker.
Zum Abschluss unseres Moab Urlaubs nahmen wir im Canyonlands NP den White Rim Trail in Angriff, siehe Detailkarte oben: 160 km Schotter, knackige Auf- und Abfahrten, auf denen wir um die Bodenfreiheit und Steigfähigkeit unseres Landys froh waren und eine faszinierende Landschaft rundherum: Canyons und Felstürme so weit das Auge reicht. Einfach unbeschreiblich und unvergesslich. Wir liessen uns Zeit und fuhren in zwei Tagen diese anspruchvolle Tour durch.
Wir haben die Zeit in Moab voll genossen und würden eigentlich noch länger bleiben, doch es gilt noch all die weiteren Nationalparks (Brice, Zion, Grand Canyon, etc. noch vor dem Wintereinbruch zu besuchen. So long Moab.

Erste Dünenerlebnisse
Idyllischer Übernachtungsplatz vor Moab. Dies ist ein offizieller Campingplatz, der kostenlos benutzt werden darf. Rund um Moab hat es unzählige solcher fantastisch gelegenen Plätze. Viele sind aber nur über Schotterwege erreichbar.

Phantastische Tour auf dem Bartlett Slickrock. Hier kann man sich so richtig ausblödeln. Immer steilere Auf- und Abfahrten verlocken um bezwungen zu werden.
Unser Basecamp

Im Arches NP. Dies sind nur ein paar Beispiele von den über 250 im Park existierenden Bogen.

Auf dem Slickrock Trail. Eine weisse, gepunktete Linie über den Felsen zeigt den richtigen Weg an. Man kann den ganzen Loop in zwei Richtungen durchfahren, je nachdem ist es schwierig oder sehr schwierig. Wir wählten die "einfachere" Variante und benötigten für die 20km mit allen Photostops fast vier Stunden. Doch es war ein unvergessliches Erlebnis.
Dieser Trail war ursprünglich für Motorradfahrer konzipiert worden. Ein paar Cracks zeigten uns, was sich alles rauf- und runterfahren lässt. Junge, junge, habe ich meine Husky vermisst.

Auch auf vier Rädern wird der Slickrock bezwungen. Für Autos stehen separate Wege zur Verfügung. Es ist unglaublich welch skurrile Vehikel sich hier herumtummeln, doch faszinierend zu sehen, wo diese überall raufkommen.

Impressionen vom White Rim Trail. Worte sind wenig dienlich um diese Landschaft zu beschreiben.
Panorama vom White Rim