16. REISEBERICHT: 29.10.-10.11.2002

Moab nach Page

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Nachdem wir uns in Moab ausgetobt hatten, nahmen wir nun den wohl interessantesten Abschnitt unserer Reise in Angriff, es gilt möglichst viele der Nationalparks (NP), die sich in dieser Ecke von Utah und Arizona befinden, noch vor dem Wintereinbruch zu  besuchen.
Als erstes ging es via Valley of the Gods, welches ein Miniatur Monument Valley ist, zum richtigen Monument Valley. Wer kennt sie schon nicht, die imposanten Felstürme, die dank einer Zigarettenmarke zu Weltruhm gekommen sind. Das ganze Monument Valley liegt im Navajo Indianerreservat, wo die übrig gebliebenen Navajos ein eher tristes Dasein fristen. Von dort ging es über eine abenteuerliche Passstrasse rauf zum Natural Bridges NP. In einer malerischen Landschaft liegen drei durch einen Fluss ausgefressene Naturbrücken. Diesen Park haben wir japanisch besucht: Mit dem Auto zum Parkplatz, ausgestiegen (immerhin das), zum Viewpoint gelaufen, Foto geschossen und schon ging es weiter zur nächsten Bridge (tja, man kann nicht überall tagelang herumlaufen). Tags darauf ging es zum Capitol Reef NP. Über eine Schotterstrecke machten wir einen Abstecher zum Cathedral Valley: Faszinierende Felstürme und ein Ausblick auf den schneebedeckten Dixie Nationalforest empfingen uns am Ende der holprigen Strecke. Weiter ging es durch den Capitol Reef NP, der eine wunderbare Aussicht auf eine über 100km lange Erdfaltung ermöglicht. Über eine wilde Serpentinenstrecke gelangen wir nach Boulder, wo wir einen Abstecher in die Berge zwischen Boulder und Escalante machen, der gemäss US-Broschüren faszinierende Ausblicke gewähren soll. Die Strecke entpuppt sich als ziemlicher Reinfall, Wellblech der übelsten Sorte schüttelt uns durch und die Ausblicke sind nicht erwähnenswert. Nachdem wir in Escalante unsere Vorräte à jour gebracht hatten, ging es weiter in das Grand Staircase Escalante National Monument. Eine riesige Gegend die nicht durch spezielle Naturwunder, sondern durch die Grösse, Abgeschiedenheit und verschiedenste Landschaftsformen besticht. Wir kurven über teilweise ziemlich anspruchvolle Schotterpisten und durch atemberaubende Landschaften zum Lake Powell hin. Der Lake Powell entstand als 1956 der Colorado mittels Glen Canyon Damm gestaut wurde. Es entstand ein fast 200km langer See, mit Hunderten von Seitencanyons und einer Uferlinie von fast 3000km. DAS Wassersportparadies par excellence, im Sommer tummeln sich Tausende von luxuriös ausgestatteten Hausbooten in den Seitenarmen herum. Wir finden einen wunderschönen Sandstrand, lassen uns für drei Tage nieder und geniessen die Zeit mit Schlauchböteln, vor allem die Variante mit Rauspaddeln, draussen auf dem See ein Buch lesen, den Bauch in die Sonne strecken und sich danach wieder langsam zurücktreiben lassen geniesst die Topposition in unserer Beliebtheitsskala. Doch auch die sportliche Betätigung, mit Beachtennis und Krafttraining kam nicht zu kurz. Und sonst genossen wir die warmen Temperaturen bei klarstem Sonnenschein. Doch sobald die Sonne untergegangen ist, sind die Temperaturen schnell gegen den Nullpunkt gesunken, doch der klare Sternenhimmel entschädigte für die Kälte. Nach diesen drei herrlichen Tagen machen wir uns wieder in die Zivilisation nach Page auf, besuchen den Glen Canyon Damm, transformieren den Inhalt, unseren mittlerweile an Grösse stark gewachsenen Dreckwäschesacks, in duftende Stöffchen, kaufen den Supermarkt leer und werden zu Stammgästen in der hiesigen Bibliothek, in der wir an zwei Tagen mehrere Stunden herumsurfen (in Bibliotheken ist Internet gratis!), mails beantworten, unseren bevorstehenden Skiurlaub in Colorado organisieren, etc..
Von Page aus wollten wir über eine einfache Schotterstrasse Richtung Bryce Canyon fahren, das Schild "Don`t drive when wet!" lassen wir links liegen. Nach ein paar Kilometern sehen wir an einem Abhang zwei PW's stehen, der eine gehört vier italienischen Studis, die den Hang runtergeschlittert sind und vergeblich versuchen wieder raufzukommen. Der andere gehört einem Navajo der mit seiner Familie nach Salt Lake City will. Gemäss seiner Information gibt es noch zwei anspruchvolle Hügel zu erklimmen und danach sollte es einfacher werden. So macht sich denn unser lustiger Konvoi auf. Wir fahren voraus und legen die Spuren im aufgeweichten Boden, der sich überall, an den Rädern und Schuhen, mit brachialer Gewalt festklebt (Araldit ist wortwörtlich ein Dreck dagegen). Ein Italo muss seinen Tribut zahlen, sein Schuh bleibt im Schlamm stecken. Nachdem unsere südländischen Kollegen mit Schieben nicht mehr weiterkommen, nehmen wir sie an den Bergegurt und ziehen sie durch die Gegend. Nachdem es mittlerweile 15:00 geworden ist, stehen wir am steilsten Berg: Der Landy kommt knapp noch rauf und oben angekommen treffen wir zwei schlammverkrustete Deutsche, die sich an diesem Hang fast eine Stunde lang die Zähne ausgebissen haben. An ein Raufschleppen der anderen Fahrzeuge ist nicht zu denken. Somit heisst die Devise: Rückzug. In der Zwischenzeit hat ein Gewitter den bisher einfachen Rückweg in eine wunderbare Schlitterpartie verwandelt. Vor uns steckt ein SUV und der Navajo im Schlamm fest. Also, zuerst den Navajo rausziehen und danach die Italos wieder an die Kandare und raus geht's. Gegen 17:00 treffen wir wieder in Page ein, spülen den Dreck aus dem Landy raus und werden von unseren Amici zum Nachtessen eingeladen, gracie mille ragazzi.
Somit haben wir wieder mal eine Nacht mehr auf dem Parkplatz des Wall Mart's verbracht und nehmen heute die Etappe zum Bryce Canyon in Angriff.
Ich habe fertig.

Mäandrierender St. Juan River, vor dem Monument Valley
Monument Valley
Blick aufs Valley of the Gods
Natural Bridges NP.

Im Cathedral Valley
Ausblick auf die Erdfaltung im Capitol Reef NP
Von Boulder nach Escalante auf 2700 Metern Höhe
Landy will auch mal Slickrock fahren
Im Grand Staircase Escallante National Monument
Unser Privatstrand und Yachthafen am Lake Powell
Glen Canyon Damm
Im Slot Canyon des Paria State Parks
Faszinierende Felsformation: the wave im Paria SP
Jaaaa, kräftig schieben ....
Petr und Landy mit Highheels