17. REISEBERICHT: 11.11.-16.11.2002

Von Page, via Bryce Canyon und Zion NP nach Las Vegas

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Nachdem wir, wie im letzten Reisebericht beschrieben, den Schlamm aus den Rädern rausgepopelt haben, liess uns diese Strecke nicht los, wir mussten es noch einmal versuchen! Die Bedingungen waren gut: Die Sonne hat den ganzen Vormittag draufgebrannt und daher sollte die Strecke einfacher zu befahren sein. Nach dem Mittagessen nahmen wir die Cottonwood Canyon Road nochmals unter die Räder. In der Tat, die Strecke war einfacher befahrbar, vor allem auch, weil wir kein weiteres Auto hinter uns herschleppen mussten. Einzelne Passagen wurden wieder kniffliger und wir sind quer driftend durch die Kurven gezogen, doch weiterhin, kein Problem, bis, tja..., bis eben dieses Schlammloch kam, das der Fahrer (nicht Fahrerin!), mittlerweile mutig geworden, falsch einschätzte und die ganze Fuhre bis zum Chassis hin versenkte. So hiess es denn, Schuhe ausziehen und rein in den Schlamm. Esther wollte schon immer Wellnessferien mit Krafttraining, Fango etc. machen, doch wahrscheinlich hat sie sich das anders vorgestellt. So hiess es denn Steine schleppen und die Fahrbahn verfestigen, doch leider fruchtete dies wenig, der Landy sass zu tief in der Sch.... Schlamm, natürlich! So konnten wir zum ersten Mal den HiJack (Wagenheber) im Ernstfall benutzen: Wagen anheben, Steine unter die Räder und siehe da, schon waren wir draussen. Das ganze Spässchen, vor allem die Fussputzerei, bis wir wieder in die Schuhe rein konnten, hat uns zwei Stunden bei mittlerweile frostigen Temperaturen gekostet und Wasser im hinteren Differential eingebracht. Bei Dunkelheit sind wir in Cañonville eingetroffen und konnten kostenlos auf dem KOA Campingplatz übernachten, thanks Preston and see you in Mexico!!!
Am nächsten Tag ging es rauf zum Bryce Canyon, der Parkeingang liegt auf 2400m Höhe und steigt noch weiter auf 2750m an. Der Bryce Canyon ist weniger ein Canyon, sondern eine Abbruchkante mit bizarren, Hoodoos genannten Felsformationen. Wir packen unsere Wanderschuhe aus und steigen in diese faszinierenden Felsenwelt ein. Übernachtung beim Parkeingang bei -10˚C Aussen- und "wohligen" -5˚ Innentemperatur. Am nächsten morgen fahren wir zum Südzipfel des Parks, um uns aufzuwärmen und geniessen dort, mittlerweile aufgetaut, das Zmorge und den Ausblick. Vom Bryce Canyon geht es durch den Red Canyon und dem Corral Pink Dunes Statepark zur Osteinfahrt des Zion NP. Wuchtige und steile Felsen begrenzen das enge Tal, in das sich der Virgin River reingefressen hat. Wiederum packen wir unsere Wanderschuhe und kraxeln den kühn in den Felsen gehauenen "Angels Landing" Pfad rauf. Die letzten 100 Höhenmetern geht es auf einem exponierten Felsgrat, der auf der einen Seite 450 Metern ungebremsten Fall anbietet, rauf zum Gipfel. Die Aussicht, die sich uns bietet, ist schlichtweg einmalig. Am nächsten Tag wandern wir noch eine halbe Stunde tief in den Canyon hinein, bis uns der Fluss stoppt. In den Sommermonaten kann man den Canyon in einer 12-stündigen Wanderung, in bis zu brusthohem Wasser, durchwaten. Doch das ist uns jetzt definitiv zu kalt. Vom Zion NP aus, machen wir einen Ausflug über das Kolob Reservoir nach Cedar City, über eine verschneite, mit Espen übersähte wunderschöne Ebene. Einziger Wehrmutstropfen: Der Landy ist ein wandelnder Dreckklumpen und muss mal wieder in die Waschstrasse.
In Cedar City checken wir unsere mails, tanken auf, putzen den Landy, suchen ergebnislos das passende Öl für das Differential und übernachten mal wieder auf einem Wal Mart Parkplatz.
Von dort geht es tags darauf vom Colorado Plateau, auf dem wir die letzten 6 Wochen nie unter 1600m und bei Nachttemperaturen selten über dem Gefrierpunkt verbracht hatten, runter Richtung Las Vegas auf eine Höhe von 500 Metern und herrlichen  Tagestemperaturen von 20˚C und hitzigen 14˚C nachts. Seit Denver können wir wieder mal unser Dachzelt auspacken und geniessen einen herrlichen Sonnenaufgang vom Dachzelt aus.
Als nächstes geht es rein nach Las Vegas. Sollten keine Reiseberichte mehr erscheinen, so haben wir den Landy verspielt und verdienen uns das Geld für das Rückflugticket mit Tellerwaschen.

Das war nur der Anfang ...
... und dies das Ende
Schlammkuren sollen gesund sein ???
Erster Einsatz des HiJack. Nachdem dieses Bild geschossen wurde, musste noch das Reserverad abmontiert werden, damit der HiJack besser angesetzt werden konnte.
Die grosse Putzete kann beginnen
Im Kodachrome State Park
Es geht zum Bryce Canyon
Zwischen den Hoodoos

Im Bryce Canyon
Es gibt Birchermüesli zum Zmorge

Im Coral Pink Sanddunes Statepark

Im Zion NP
Angels Landing. Der Pfad führt zuerst im Einschnitt, danach hinter dem Felsen in steilen Serpentinen und zum Abschluss dem Grat entlang rauf

Auf dem Weg zum Angels Landing
Wir sind oben
Und erst die Aussicht !!!

Auf 2800 Metern Höhe beim Kolob Reservoir
Hoch über Cedar City
Auf dem Weg nach Las Vegas

Vor Las Vegas im Valley of Fire