18. REISEBERICHT: 17.11.-28.11.2002

Las Vegas, Death Valley und Grand Canyon

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Um es schon mal vorwegzunehmen, liebe Leserinnen und Leser, auf dieser Etappe sind wir weder irgendwo im Schlamm versoffen, haben keine wilden Abenteuer erlebt, haben weder den Landy verspielt, noch eine Blitzhochzeit abgehalten. Wir sind meistens auf befestigten Strassen unterwegs gewesen und haben eine Menge von touristischen und landschaftlichen Highlights hinter uns gebracht.
Doch nun von Anfang an: Nachdem wir vor Las Vegas am Lake Mead übernachtet hatten, stürzten wir uns via Hoover Damm ins nächtliche Las Vegas. Von anderen Travellern erfuhren wir, dass man hinter dem Hotel Luxor gut übernachten kann. Was auch stimmte, auf dem Parkplatz war schon eine ganze Ansammlung von Wohnmobilen aus allen möglichen US-Staaten anzutreffen. Las Vegas ist schlichtweg faszinierend: was hier dem Touri geboten wird, damit er sich ins betreffende Casino stürzt, ist einfach unglaublich. Löwenspektakel im MGM, weisse Tiger im Mirage, Live Zirkus im ... klaro Circus Circus, Venedig im Kleinformat, dafür viel sauberer und gestanksfrei im Venice, kleine Gässchen à la Paris, Ägyptische Sagenwelt im Luxor, wilde Seeschlachten im Treasure Island, etc, etc, etc... Und falls die Erlebniswelt noch nicht genügt, um den Touristen anzulocken,  so wird es auf der lukullischen Ebene versucht: All you can eat Buffet heisst das Zauberwort. Da konnten wir natürlich nicht widerstehen und haben den Champagner Brunch im Sahara genossen. Nach fast vier Stunden Völlerei wurden Erinnerungen an Monty Python's Meaning of Life wach: " Noch ein klitzekleines Minzblättchen gefällig ???" Vom Sahara aus wankten wir den ganzen Strip wieder runter, haben fast alle Casinos durchkämmt und sind gegen zwei Uhr morgens ins Dachzelt geklettert. Unser Landy mit Dachzelt entwickelte sich in den fast vier Tagen, die wir in Las Vegas verbrachten, zu einer regelrechten Attraktion, immer wieder kamen Leute vorbei und haben uns angesprochen oder fotografiert.
Nachdem das Öl im Differential gewechselt war, ging es weiter ins Death Valley. Der Name kommt nicht von ungefähr, im Sommer klettert das Thermometer häufig über die 50˚C Marke, doch jetzt im November war es angenehme 25˚C warm. Weiter ging es via Mojave Wüste nach Laughlin, einer weiteren Casinostadt im Süden Nevadas. Nicht zu vergleichen mit Las Vegas, viel kleiner und schäbiger, dafür voll Rentner, die mit Sonderangeboten geködert werden. Auch hier langten wir voll zu und futterten das Buffet leer. Zufälligerweise fand in Laughlin gerade das Finale der US Team Roping Championsship statt: Zwei Cowboys müssen mit Pferd und Lasso bewaffnet ein flüchtendes Rind einfangen. War schon beindruckend zu sehen wie die ihr Pferd und Lasso im Griff haben. Der erste Reiter muss mit dem Lasso die Hörner einfangen und der zweite die Hinterläufe. Erwischt dieser nur ein Bein, so gibt es fünf Sekunden Zuschlag. Die besten Teams hatten das Rindvieh schon nach sieben Sekunden überwältigt.
Nach Laughlin ging es teilweise via Route 66 zum Grand Canyon South Rim auf 2100m Höhe. Vorbei waren die warmen Zeiten von Las Vegas, wir mussten wieder die warmen Klamotten und noch vieles mehr wie Zelt, Benzinkocher, Rucksäcke und Proviant hervorkramen, denn wir wollten zwei Tage am Fusse des Colorado, bei der Phantom Ranch verbringen.
Mit je ca. 20 kg auf dem Buckel nahmen wir den South Kaibab Trail zur 1600m tiefer gelegenen Phantom Ranch in Angriff. Der Weg windet sich steil den Canyon hinunter und bietet fantastische Ausblicke. Vier Stunden später sind wir mit schmerzenden Beinen angekommen und haben uns im perfekt eingerichteten Campground installiert: Jeder Platz ist mit Tisch, Bänken und Kisten für das mitgebrachte Essen ausgerüstet. Um 20:00 Uhr sind wir schon im Zelt und betrachten den klaren Sternenhimmel. Am nächsten Morgen ist uns der Wandergott gnädig gestimmt: Es nieselt und wir können mit gutem Gewissen bis zum Mittag im Schlafsack bleiben. Am Nachmittag machen wir noch einen kurzen Spaziergang entlang des Colorado und können den erschöpft daherwankenden Neuankömmlingen zugrinsen. Am nächsten Tag erwartet uns ein wolkenloser Himmel für unseren Aufstieg von 760 auf 2100m via Bright Angel Trail. Zum Glück haben wir allen unseren Proviant aufgefuttert, so waren die Rucksäcke ein wenig leichter. Der Aufstieg geht locker voran, wiederum ist der Pfad abenteuerlich in den Fels gehauen und eröffnet wunderbare Aussichten auf den Grand Canyon. Sechs Stunden später stehen wir wieder auf dem South Rim. Nach einer heissen Dusche und einem halben Kilo Spaghetti fallen wir müde aber glücklich in den Schlaf.
 

Hoover Dam

Las Vegas by night
Differenzialölwechsel by night

Las Vegas by day mit Aussichsturm und Löwenshow. Auf dem Turm hat es noch eine Achterbahn !!!
Unser Übernachtungsplatz in Las Vegas

Death Valley von Dantes View und Zabriskie's Point aus gesehen
Im Süden des Death Valley

In der Mojave Wüste
Laughlin by night

Team Roping Championships in Laughlin
Früh übt sich !!!
Es geht runter in den Grand Canyon
Unten ist schon die Phantom Ranch in Sicht

Blick auf den Colorado
Während wir unten an der Wärme waren und es nur ein wenig geregnet hat, tobte oben auf dem South Rim ein Schneesturm.
Wir sind oben

Panoramen vom Grand Canyon