19. REISEBERICHT: 29.11.-12.12.2002

Grand Canyon nach Vail

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Vom Grand Canyon aus ging es in den Süden nach Phoenix und Tuscon, um uns in der wärmenden Sonne des südlichen Arizonas aufzuwärmen, bevor es wieder in den Norden und die Kälte von Colorado zum Skifahren gehen sollte. Es wurde nichts mit Sonne tanken und in Shorts herumhängen, es war regnerisch und viel zu kalt. Doch gab es auf dem Weg in den Süden doch noch einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns zu Gemüte führten.
Vor Phoenix besuchten wir die experimentelle Wohnsiedlung "Arcosanti" von Paolo Soleri, die eine neue Wohnkultur in der Wüste sein sollte. Das ganze ist schon ziemlich heruntergekommen und nicht allzu interessant. In Phoenix hängten wir den ganzen Tag im Kinko's (Kopierladen, in dem man den eigenen Laptop via Modem anschliessen und kostenlos 24 Stunden lang herumsurfen kann), beantworteten mails und surften herum. Wir brauchten einfach mal eine Pause, um all die bisher gesammelten Eindrücke zu verarbeiten.
Von Phoenix ging es weiter in den Süden nach Tuscon, nach der vermeintlichen Suche nach Wärme und Sonne. Unterwegs machten wir einen Abstecher in den Saguaro NP, der voll von Kakteen ist, die bis zu 15m hoch und 200 Jahre alt werden können.
Danach besuchten wir den einzigen noch bestehenden Abschusssilo einer Titan II Rakete. Die Amis hatten zwischen 1952 und 1982, 54 solcher Silos im Betrieb, welche alle auf ein Ziel in der damaligen UDSSR ausgerichtet waren.
Das warme und trockene Klima rund um Tuscon bewegt viele Airlines, ihre nicht mehr benötigten Flugzeuge hier in der Wüste abzustellen und zwischenzulagern. Der grösste Flugzeugpark ist der der US Air Force, wo mehr als 20'000 Flugzeuge auf einem riesigen Areal herumstehen. Von Tuscon aus ging es Richtung Osten via Chiricahua NP zum White Sand Dunes NM. Weiss sind diese Dünen, weil sie nicht wie alle anderen aus Quarzsand bestehen, sondern aus Gipssand und daher wirklich schneeweiss sind. Im Space Museum von Alamogordo konnten wir uns noch die Geschichte der Raumfahrt vom Sputnik bis zur aktuellen internationalen Raumsstation vor Augen führen.
Von hier aus ging es rauf nach Norden, Richtung Albuquerque. Im National Atomic Museum konnten wir die gesamte Entstehungsgeschichte der Atombombe durchgehen. Vor Santa Fe hielt uns noch ein geflissentlicher Gesetzeshüter auf und meinte, wir seien wohl ein bisschen zu schnell unterwegs. Nachdem ihm Petr den internationalen Führerschein entgegenhielt, kam nur noch "Oh shit" über seine Lippen und er liess uns unbehelligt weiterfahren.
Als nächstes Ziel stand der Great Sand Dunes NP auf dem Plan. Insgeheim erhofften wir uns hier ein wenig Saharafeeling, mit Wärme und Dachzelt ausklappen zwischen den Dünen. Doch es kam anders. Auf 2500 Metern Höhe sank die Temperatur in der Nacht auf -15°C und wir krochen schon um 6:30 tiefgefroren aus dem Schlafsack und machten einen Aufwärmjogginglauf die Dünen rauf. Von dort bot sich uns eine herrliche Rundsicht auf die umliegenden Viertausender. Im Visitor Center erfuhren wir, dass es ganz in der Nähe heisse Quellen hat. Nichts wie hin ins warme Wasser! Statt der geplanten Stunde suhlten wir uns über zwei Stunden im fast 40°C warmen Wasser, ach wie herrlich. Ziemlich aufgeweicht entstiegen wir dieser herrlichen Oase und fuhren so schnell es der Landy und die Geschwindigkeitslimiten erlaubten, nach Beaver Creek, fand doch dort am Wochenende, die Herren Worldcup Abfahrt und der Super-G statt und das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Wir verbrachten die Nacht wieder mal auf dem Wal Mart Parkplatz in Avon und fuhren am Morgen mit dem Skibus rauf Richtung Beaver Creek. Beaver Creek ist ein nobles Retortendorf im Stil eines österreichischen Dörfchens, doch auch ein Swiss-Stübli ist vorhanden. Dort angekommen wurden wir in einen weiteren Skibus verfrachtet und in den Zielraum der Abfahrt gebracht, alles perfekt organisiert, doch kaum mehr als 200 Zuschauer hatten sich im Zielraum versammelt. Natürlich packten wir unsere kleine Schweizerflagge (merci Susanne und Ruedi!) aus und unterstützten die Schweizer Abfahrer aus Leibeskräften. Im Zielraum fanden sich noch weitere Schweizer Fans ein, u.a. Kurt mit seiner Frau Elsbeth die bei Glenwood Springs zwei Restaurants führen und uns zur Weihnachtsfeier des lokalen Schweizerclubs einluden. Neben uns stehend, trafen wir Bettina und Stefan aus Langenthal, die sich auf einer einjährigen Hochzeitsreise befinden und hier für drei Wochen Skiurlaub einlegen.
Unsere laute Unterstützung wurde mehr als belohnt: In der Abfahrt wurde Didier Cuche fünfter und tags darauf gewann er den Super-G, Marco Büchel (LIE) wurde zweiter und Didier Defago vierter.
Nach dem Rennen schmuggelten wir uns in den Pressebereich rein und konnten noch ein paar Worte mit Didier Cuche wechseln.
Das wärs soweit, wir werden die nächsten 2 Wochen die Gegend hier in Vail, Beaver Creek, Breckenridge, Keystone und Arapahoe Basin unsicher machen und werden dann im nächsten Reisebericht unsere Erlebnisse in den Rockies präsentieren, see yaaa!

P.S. Wen es interessiert, hier ist der Link zu den Skiorten: www.snow.com

Unterwegs von Flagstaff nach Phoenix bei Sedona
Arcosanti in voller Blüte
Phoenix Downtown
Im Haus von Paolo Soleri. Er lebt hier mit seiner Familie und dazwischen tummeln sich die Touris. Die Wohnidee ist an für sich revolutionär doch mittlerweile schon ein wenig verlottert
Im Saguaro NP kurz vor Tuscon

Blick in den Silo und den Kontrollraum der Titan II

Blick auf das riesige Abstellgelände der US Air Force bei Tuscon

Vor dem faszinierenden Flugzeugmuseum in Tuscon: u.a. ist hier die SR 71 ausgestellt, ein Spionageflugzeug, das mit mehr als Mach 3 unterwegs war
Doch nicht nur Flugzeuge werden hier gelagert. Man könnte meinen, Tuscon ist der Schrottplatz der Nation
Im Chiricahua NP auf dem Weg nach Las Cruces

Im White Sands NM. Nein, es ist kein Schnee, sondern feinster Gipssand !
In Santa Fe: Der gesamte Stadtkern ist in diesem Stil gebaut
Auf dem Weg nach Albuquerque.
Frostige Morgenstund im Great Sand Dunes NP.

Runter geht's bedeutend einfacher als rauf !
Doch nicht nur wir sind schon auf den Beinen.
Welch Kontrast: Sanddünen und dahinter ein Viertausender
Panorama vom Great Sand Dunes NP

Worldcupabfahrt in Beaver Creek. Impressionen aus dem Zielraum und Siegerehrung
Prominenz unter sich, hohoho