20. REISEBERICHT: 13.12.-21.12.2002

Skifahren in Colorado:
Vail, Beaver Creek, Breckenridge, Keystone und Arapahoe Basin

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Jaaaaaa, hier sind wir wieder, haben weder Genick noch Skispitze gebrochen und haben acht wunderbare Tage rund um Vail mit Skifahren verbracht. Es war absolut geil, die gesamte Leserschaft verzeihe uns diesen Ausdruck, doch momentan sind andere Worte rar, um das Erlebte zu beschreiben.
Am Skirennen haben wir neben einigen Tschechen, die hier schwarz arbeiten, auch Bettina und Stefan, zwei Langenthaler (Switzerland) kennengelernt, die sich auf Honeymoon befinden, eine ähnliche Strecke hinter sich haben und auch als Low Budget Traveller unterwegs sind. So haben wir unsere Erfahrungen betreffend günstigen Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten (Wal Mart, 1$-Shops, Coupons, etc.) im Swiss Stübli zu Beaver Creek ausgetauscht, war echt ne Gaudi.
Beaver Creek ist ein Retortenskiort im Stil von St. Anton und ziemlich auf SchickiMicki getrimmt. Das Skigebiet ist nicht allzugross, ca. 15 Lifte, doch hat es unzählige Schneisen, die in die Wälder gehauen wurden und zum Herumdüsen einladen. Die Pisten sind perfekt präpariert und an einem Schattenhang entdeckten wir sogar noch eine perfekt pulvrige Buckelpiste.
Beim Auto angekommen, hatten wir einen Zettel unter dem Scheibenwischer, auf dem wir die Email-Adresse von Fritz vorfanden, der mit seiner Freundin Veronika in Keystone Skiunterricht gibt.
Die nächsten Nächte verbrachten wir auf dem Oberdeck des Parkhauses in Vail. Perfekt im Zentrum gelegen, können wir die Toilette des Parkhauses benutzen und die noble Bibliothek mit Lederfauteuil und Chemineefeuer wird neben der Piste unser zweites Zuhause.
Vail ist mit ca. 35 Anlagen das grösste Skigebiet in Nordamerika und bietet viele abwechslungsreiche Pisten.
Was ist nun anders hier in den Staaten, als in den Europäischen Skigebieten? Hier einige Unterschiede:
a) Hier in Colorado sind die Gebiete hoch gelegen: Vail ist auf 2500 m.ü.M und es geht rauf auf 3600 Meter
b) Die Baumgrenze liegt auf 3600 Metern, das heisst, man fährt die ganze Zeit in Waldschneisen oder falls der Wald lichter ist, zwischen den Bäumen herum
c) Bedingt durch die Höhe, ist der Pulverschnee wirklich leicht, man kann hier 10cm Schnee, der auf der Motorhaube liegt, einfach wegblasen. Macht das Schneeschippen einfacher!
d) Die Skigebiete hier sind eher klein: 10-15 Lifte sind die Regel
e) Die Berge hier sind nicht so schroff und wild wie z.B: in Verbier oder Chamonix, sie erinnern eher an den Schwarzwald oder Voralpen
f) Es ist verdammt teuer hier: eine Tageskarte in Vail kostet 71$, Aspen ist 68$ (ja, richtig gelesen, Dollar) zum Glück ist der Wechselkurs zur Zeit günstig. Wir konnten ein 10-Tage Abo lösen, was die ganze Sache noch finanziell erträglich machte. Ein Tag Privatlektion mit einem Skilehrer schlägt mit ca. 500$ zu Buche!!!
g) In den Restaurants auf den Pisten ist PicNic erlaubt, so konnten wir unseren selbst gebrauten Tee und Bouillon und die in Handarbeit geschmierten Sandwichs an der Wärme futtern.
h) Der Service wird hoch geschrieben: Man wird am Morgen beim Lift nett begrüsst, Freiwillige fahren auf den Pisten herum und helfen, falls man nicht mehr weiss wo man ist, am Eingang der Kneipen stehen nette Damen herum und verteilen Kleenex, um die tropfenden Rotznasen einzudämmen, etc.
i) Das Skiniveau ist eher mässig, selbst das der Skilehrer.
Soweit zu den Unterschieden.
Breckenridge hat uns nicht so gut gefallen, es war kalt, windig, die Pisten eisig und nicht allzu anspruchsvoll.
In Keystone haben wir nach einigen mails hin und her Fritz und Veronika getroffen. Die beiden hatten schon einige Saisons in Meiringen-Hasliberg Skiunterricht erteilt und versuchen nun ihr Glück hier in Keystone. Wir konnten über eine Woche bei ihnen bleiben und von dort aus die Pisten unsicher machen. War echt super, eine warme Bleibe während dieser Zeit zu haben und den Kaiserschmarren werden wir auch nicht so schnell vergessen, herzlichen Dank Veronika und Fritz.
In Keystone konnten wir das erstemal in 20cm Colorado-Pulver herumdüsen, es war einfach genial!!! Den Skitag haben wir noch verlängert und sind am Abend noch Nacht (nicht Nackt!!!)-Skifahren gegangen. Es ist das grösste Nachtskigebiet hier in den US und etliche Pisten sind beleuchtet.
Arapahoe-Basin beginnt auf 3200 Meter und geht fast auf 4000 Meter rauf, somit fährt man über der Baumgrenze und es hätte einige heisse, steile Abfahrten, hätte darum, weil es zu wenig Schnee hatte um diese zu befahren, selbst mit unseren alten Latten.
So sind wir denn am Nachmittag wieder nach Keystone zurückgewechselt und haben mal Telemarkski ausprobiert. Mit dem Resultat, dass wir in 1.5 Stunden gerade mal zwei Abfahrten bewerkstelligten, für die man normalerweise 5 Minuten braucht, doch unsere Oberschenkel schmerzten, wie nach 2 Tagen Buckelpiste.
Zum Abschluss in Colorado kam endlich der Schneesturm rein und wir konnten doch noch einen tollen Powdertag in Vail geniessen.
Am Abend kehrten wir im Minturn Inn ein, einem wunderschönen Bed&Breakfast, wo Bettina und Stefan hausten. Tom, der Besitzer, der als Honeymoon mit einem Landy quer durch Afrika gefahren ist, hat uns spontan eingeladen, kostenlos eine Nacht bei ihm zu verbringen. Welch Luxus: wir relaxten fast zwei Stunden im Whirlpool und schliefen dann beim flackernden Gaschemineefeuer im Himmelbett ein.
Als Coloradoabschluss statteten wir Aspen noch einen Besuch ab, wo gerade ein Poloturnier mit ein paar wenigen Zuschauern abgehalten wurde. Aspen ist zu vergleichen mit St. Moritz: so viele nerzbepelzte Schönheiten, die ihre kleinen Kläffer Gassi führen, sieht man wahrscheinlich nur dort.
Das war's aus Colorado, weiter geht es im nächsten Reisebericht, der wahrscheinlich aus San Francisco kommen wird, bis bald!

Gruss aus Colorado
Blick auf Beaver Creek
Das sind noch Buckelpisten !!!
Über Breckenridge

Unser erster Pulvertag !!!
Und Tschüss ...

Es ist einfach toll, zwischen den Bäumen herumzuheizen. Dies ist wohlgemerkt eine offizielle und kontrollierte Piste und keine unerlaubte Variante !

... und noch mehr Powder
Schweizer in Colorado:
Links: Bettina und Stefan
Rechts: Veronika und Fritz
Nachtskifahren in Keystone
Quelle elegance ....

Schon wieder Powder !
Blick in eines der noblen Bergrestaurants
Polo in Aspen

Beispiele amerikanischer Hausdekoration. Fast alle Häuser hier sind so kitschig süss geschmückt