22. REISEBERICHT: 9.1. - 7.2.2003

Von San Francisco in die Baja California

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Ungblaublich aber wahr, obwohl wir eigentlich gar nicht vorhatten, einen Reisebericht vor dem März zu erstellen, hat es uns doch wieder in den Fingern gejuckt, und wir wollten Euch, liebe Leserschaft, unsere Fahrt in die Baja California und die ersten zwei Strandwochen nicht vorenthalten.
In San Francisco blieben wir über eine Woche bei Val und Karena und konnten allen Papierkram erledigen, und das Internet durchstöbern nach einem erschwinglichen Solarpanel und einer gebrauchten Kiteausrüstung.
Da unsere Gastgeber im Napa Valley wohnen und Val Robert Mondavi persönlich kennt, organisierte er für uns eine Führung durch die Opus One Winery. Diese Kellerei wird zusammen mit der Familie Rothschild betrieben und es wird auf Qualität anstatt Quantität gesetzt und nur eine Weinsorte gekeltert, dafür kostet eine Flasche um die 150$.
Nachdem das Solarpanel montiert war, die Kiteausrüstung gekauft (für Eingeweihte: ein 12m Wipika Airblast und ein 132 Custom-Carbonbrett. Der Vorbesitzer ist ein Semiprofi und das Equipment daher nicht wirklich einsteigertauglich, doch mehr davon weiter unten) und alle nötigen Versicherungen abgeschlossen waren, ging es los Richtung Süden. Um so schnell wie möglich runter zu kommen, wählten wir die I-5, beim Rauffahren nehmen wir uns mehr Zeit und nehmen dann den Highway #1 der Küste entlang. In San Diego machten wir einen Zwischenhalt, um Petra, eine Kollegin von Petr, zu besuchen. Sie machte mit uns eine tolle Stadtführung durch ganz San Diego, merci vielmals Petra !!!
Am nächsten Tag ging es dann über die Grenze nach Mexico. Die gesamte Aus- und Einreise erwies sich als absolut unproblematisch. Interessant war es eher die in unserem Pass befestigte Besucherkarte am amerikanischen Zoll loszuwerden, damit wir im Computer als aus den USA ausgereist registriert wurden, da sich kein Zöllner für diese Karte interessierte. Ein Zöllner meinte, wir können sie drinlassen, ein anderer, wir können sie selber rausnehmen und fortschmeissen, doch Petr bestand darauf, dass sie einer der Zöllner rausnimmt und registriert, dass wir offiziell ausgereist sind. Von anderen Reisenden wissen wir mittlerweile, dass diese Karte ziemlich unwichtig ist.
Durch Tijuana ging es der Küste entlang Richtung Süden. Wunderschöne Strände und felsige Küstenabschnitte wechselten sich ab mit kakteenbewachsenen Ebenen und kurvigen Bergstrecken. Dazwischen ab und zu ein Dörfchen und sonst gähnende Menschenleere.
Vor Guerrero Negro kommen wir nach Baja California Sur, müssen 2$ für die Desinfektion der vier Räder zahlen, welch ein Witz und holpern über eine Piste zur Laguna Ojo de Liebre um endlich mal Wale aus aller Nähe betrachten zu können.
In dieser Bucht überwintern ca. 800 Grauwale, bringen ihre Jungen zur Welt und nehmen dann Ende März den langen Weg nach Alaska auf sich. In einem kleinen Fischerboot werden wir in die Bucht reingeschippert und können den Walen zuschauen. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, wenige Meter von uns entfernt, ziehen die riesigen Grauwale mit ihren Jungen an uns vorbei. Ein Flossenschlag würde genügen, um das Boot zu zerschmettern, doch friedlich tauchen sie auf, beäugen uns und verschwinden wieder in der Tiefe. In grösserer Entfernung von uns sieht man die Wale aus dem Wasser herausäugen oder gar herausspringen. Der Bootsführer meinte, es sei noch ein wenig früh Ende Januar, einen Monat später seien die jungen Wale neugieriger und zutraulicher und man könne sie sogar vom Boot aus streicheln. Vielleicht versuchen wir es nochmals beim Rauffahren.
Nach diesem faszinierenden Erlebnis nehmen wir wieder die Strasse unter die Räder und es geht an unzähligen Kakteen und schönsten Küstenabschnitten weiter Richtung Süden. In Mulege führt ein Schweizer Paar eine Tauchschule und wir statten ihnen einen kleinen Besuch ab. Sie bieten Tauchgänge, aber auch Schnorcheltouren mit Seehunden an. Wer hier tauchen will: www.cortez-explorers.com
Weiter geht es an wunderschönen Stränden vorbei, die aber alle schon in fester Hand von amerikanischen Wohnmobiltouris sind. Wohnmobil an Wohnmobil reiht sich hier aneinander, dies ist wohl die amerikanische Vorstellung von Individualtourismus.
Nach über 1700km Strecke durch die Baja kommen wir in La Ventana an. Eine kilometerlange Bucht, mit feinem Sandstrand, sideshorewind von 4-6 Windstärken, strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel, was will man mehr? Hier sind die idealen Bedingungen um Surfen und Kiten zu lernen.
Als erstes steuern wir die Kiteschule an, um mal die Preisvorstellungen für einen Kitekurs zu erhalten und müssen mal leer schlucken: zu zweit schlägt dies mit 340$ pro Person zu Buche. Danach geht es weiter auf Übernachtungsplatzsuche. Neben dem Camping hat es noch ein ausgetrocknetes Flussbett (Arroyo) in dem sich, oh welch Wunder, schon ein Österreichisches Weltreisepaar, Monika und Fritz und ein deutsches Zweijahressurfaussteigerpaar (www.worldtour.bluesurf.com), Heike und Ralf einquartiert haben. Sie haben schon gescherzt, jetzt fehle ihnen nur noch ein Schweizer Paar, et voilà, hier sind wir.
Heike und Ralf hatten vor, nur ein, zwei Wochen zu bleiben und sind schon über zwei Monate hier. Wir sind auch schon seit zwei Wochen hier und es könnten auch noch ein paar mehr werden. Es ist einfach zu schön hier, es mangelt an nichts: mehrmals pro Woche kommt der Gemüsemann vorbei und verkauft frisches Gemüse, im kleinen Laden kann man auch das Nötigste kaufen, im Campingplatz können wir die Duschen und Toiletten benutzen. Ralf erteilt Kiteunterricht, angefangen mit Kitesteuerung, danach Bodydrag und zwei Tage später und einigen Litern verschlungenen Meerwassers, war Petr schon auf dem Brett. Petr revanchiert sich dafür mit Surfunterricht, Esther wird auch immer besser auf dem Surfbrett und düst schon im Trapez eingehängt herum, Monika und Fritz verwöhnen uns mit Semmelknödel und Gulasch. Wir gehen jeden zweiten Tag joggen oder mountainbiken und dehnen die verkürzten Surfmuskeln danach intensiv durch. Am Morgen geniessen wir die Sonnenaufgänge aus dem Dachzelt heraus und liegen noch ein wenig herum und lesen. Dazwischen wird die Spanischgrammatik oder die Querflöte hervorgeholt und Petr versucht mit verzerrtem Gesicht dieser queren Röhre ein paar Töne zu entlocken. Hat es mal nicht genug Wind, so werden die Flossen hervorgeholt und Schnorcheln steht auf dem Programm oder wir prügeln uns den Beach Tennisball um die Ohren.
Sorry an alle Daheimgebliebenen, es tönt nicht nur paradiesisch, es ist es auch.
Hasta Luego !
 

Noch einige Impressionen aus San Francisco:
- Alcatraz vom Coit Tower
- In der Lombard Street
- Golden Gate Bridge
- In den Strassen von San Francisco
- San Francisco bei Dämmerung von den Twin Peaks aus gesehen

Opus One Winery: Da haben wir uns richtig herausgeputzt, gelle!
Wie schon gesagt, hier wird auf Qualität gesetzt, daher werden auch keine Pumpen für den Wein verwendet, alles fliesst nur via Gravitation, die Beeren werden alle handverlesen, etc
Karena, Val, Corry, Tessa und Nicholas, bei denen wir über eine Woche lang zu Gast bleiben durften.
Montage des Solarpanels
Aufbruch Richtung Süden: Die Skier wurden gegen ein Surfbrett eingetauscht. Unsere erste Übernachtung vor Los Angeles, seit langem wieder im Dachzelt.
Durch Los Angeles durch, zum Glück waren wir am Sonntag früh unterwegs und es hatte fast keinen Verkehr

In San Diego: Coronado Bridge und Hotel
Wir sind bereit für den Süden !!!
Grenzübertritt nach Mexiko ...
...und hops, schon sind wir drin !
Erste Übernachtung in Mexiko

Whale Watching in Guerrero Negro
Il y a des Cactus ...

.. und weiter geht's gen Süden
Sonnenuntergang bei La Paz
Angekommen im Arroyo von La Ventana:
Solarpanel ausgeklappt, Vorzelt aufgestellt, Surfsegel aufgeriggt. Wir sind eingelebt.
Panorama des Arroyo zu La Ventana

Esthers Sportaktivitäten

Wir lernen kiten
Höhe laufen am Strand mit Ralf, Fritz, Monika und Heike
Jetzt gilt es ernst, das erste Mal mit dem Brett raus ...
... et voilà, schon sammer drauf auf dem Brettel. Dass es Petr kurze Zeit später abgehoben hat, die Board-Leash zerrissen ist und er bis ans Ende der Bucht abgetrieben ist, werden wir wohl besser nicht erwähnen !
Doch mittlerweile gurkt er schon ganz gemütlich herum und feilt an der Halse. Hang loose!