29. REISEBERICHT: 2.8.-27.8.2003

Von Dawson City nach Calgary

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Wir sind in Calgary und warten auf eine neue Kupplung. Somit haben wir Zeit und Musse einen neuen Reisebericht zu tippseln um Euch, liebe Leserinnen und Leser auf dem Laufenden zu halten.
Was bisher geschah:
Nachdem wir Dawson verlassen haben, ging es schnellstmöglich runter nach Süden, um unsere Nationalparktour zu absolvieren. Um nicht die gleiche Strecke wie beim rauffahren zu nehmen, bogen wir auf den Campbell Highway ab. Fast 600 km Schotterstrecke, welche durch eine hügelige Landschaft führen. Von Ross River bis nach Watson wurde es flach und ziemlich eintönig und wir waren froh in Watson Lake angekommen zu sein. Dort haben wir uns mit einem Schild im Schilderwald für immer verewigt. Wir düsten (na, ja, ein bisschen übertrieben für einen Landy) weiter und machten einen Badestop in den Liard Hot Springs. Vom Parkplatz aus geht es zu Fuss gut zehn Minuten in den Wald hinein, wo zwei Naturpools idyllisch im Wald versteckt sind und man sich kostenlos aufweichen kann. Bei der Quelle ist das Wasser so heiss, dass man sich wie ein Lobster im Kochtopf vorkommt.
Nach den Liard Hot Springs ging es wieder durch gebirgigere Landschaft, bevor vor Dawson Creek die weiten, flachen Ebenen begannen. Unterwegs kamen wir uns vor wie einem Wildtierpark: Caribous, Ziegen, Hirsche, Bisons und viele Schwarzbären mit Jungen säumten den Weg. Mehrere Male blieben wir stehen und beobachteten die jungen Schwarzbären, wie sie im Gras herumtollten.
Dawson Creek ist der Anfang des Alaska-Canada Higways und somit wäre das touristische Highlight schon abgehakt.
Weiter ging es zum Jasper Nationalpark. In den Miette Hot Springs konnten wir die Badeunkultur der Nordamerikaner bewundern. Sind wir von der Schweiz her gewohnt, dass in den Thermalquellen Sprudelbecken, Massagedüsen, usw. den Badespass erhöhen, begnügt man sich hier mit einem heissen Becken mit Wasser. Das wars's. Am Abend feierterten wir unser erstes Jahr Reisen, gingen fein essen und stiessen auf das nächste Reisejahr an.
Am nächsten Morgen klopft ein Parkranger an unser Zelt und fragt, ob wir denn nicht wüssten, dass man in einem Nationalpark nur auf einem offiziellen Campingplatz und nicht wild campieren dürfe. Mit Unschuldsmiene beteuern wir, wir hätten keine Ahnung davon gehabt und er lässt uns mit einer Verwarnung laufen, doch das nächste Mal gebe es eine saftige Busse.
Wir machten mehrere kleinere Spaziergänge rund um Jasper und machten unterwegs einen Halt am Columbia Icefield, wo es nur so von Touris wimmelte, welche sich mit Spezialfahrzeugen auf den Gletscher transportieren liessen. Nach den obligaten Fotos ging es weiter nach Lake Louise. Die Berglandschaft ist eindrücklich und erinnert uns sehr an die Schweizer Alpen. Weiter ging es zum Glacier und Revelstoke NP. Letzterer ist erst vor kurzem wieder geöffnet worden, da akute Waldbrandgefahr bestand.
Per Zufall erfahren wir, dass in Cranbrook (ca. drei Stunden Fahrzeit) ein Profi-Rodeo stattfindet. Da unsere Kollegen aus der Baja, Ines und Axel ganz in der Nähe, in Kimberley wohnen, statten wir ihnen einen kurzen Besuch ab. Es ist ein freudiges Wiedersehen und die beiden entschliessen sich, mit uns ans Rodeo zu gehen. Zum Glück kommen die beiden mit, denn der Weg ist so schlecht ausgeschildert, dass wir es alleine wohl nicht gefunden hätten. Das Rodeo selber ist echt spektakulär und es werden alle Disziplinen absolviert: Wilde Pferde mit und ohne Sattel reiten, Kälber fangen und umwerfen, Teamropping (2-er Teams fangen ein Kalb mit Lassos ein), Slalom reiten und als Höhepunkt am Schluss Bullriding. Die Bullen wüten schon im Verschlag wie die Wilden und wir bewundern die Kerle, wie sie sich auf den Rücken dieser tobenden Muskelmasse zu halten verstehen. Ines verwöhnt uns mit Rindsbraten und Spätzle, selbst gebackenem Brot und Kuchen, gegrillten Bratwürsten und macht uns so den Abschied gar nicht leicht.
Banff ist voll von Touris, doch die umgebende Landschaft wunderschön. Wir statten dem berühmten Banff Springs Hotel einen Besuch ab, schauen uns eine Tanzvorführung der Siksika People an und fahren nach Calgary, wo wir einen Termin für den Landy-Service haben. Einerseits wollen wir den Service machen und andererseits diverse Garantiarbeiten (tropfender Simmerring Diff. vorne, Simmerring Zentraldiff. undicht) erledigen lassen, bevor es runter nach Südamerika geht. Wir können im Hinterhof der Garage übernachten, sogar ein Campingtisch ist vorhanden, doch die Nacht ist wegen dem vielen Verkehr nicht allzu ruhig. Am nächsten Tag hört sich der Mechaniker unsere wimmernde Kupplung an und meint, dies sei das Ausrücklager und es wäre besser dieses zu wechseln. Wir stimmen dem zu und entschliessen uns, wenn schon das Getriebe ausgebaut ist, auch gleich die Kupplung zu wechseln, da sie auch schon 65'000km drauf hat und die Druckplatte schon erhebliche Verschleissspuren aufweist. Obwohl wir eine weltweite Garantie haben, wird diese hier in Nordamerika nicht anerkannt und wir müssen die Reparatur selber berappen und kriegen die Kosten wieder zurückerstattet. Teile für den Td5 Motor erhält man auch nicht, somit haben wir die Kupplung direkt vom Schweizer Landroverimporteur via Express zuschicken lassen. Ein herzliches Dankeschön geht an Herrn Guala von Landrover Safenwil für seinen tollen Einsatz.
In der Zwischenzeit können wir bei Gord, dem Sales Manager von Landrover Calgary wohnen und haben von der Garage einen Freelander zur freien Verfügung erhalten, was absolut super ist.
Am Wochenende waren wir live an einem Dragsterrennen. Unglaublich wie diese Dinger abgehen: in 5.5 sec legen diese die Viertelmeile zurück und haben eine Endgeschwindigkeit von fast 400 km/h. 3000PS und Stichflammen röhren aus den offenen Auspuffen, trotz Gehörschutz ist der Lärm ohrenbetäubend.
Tags darauf können wir am Offroadtag der Landroververtretung Calgary teilnehmen. An die 30 Fahrzeuge finden sich ein und eine Stunde ausserhalb der Stadt geht es über Stock und Stein. Selbst die kleinen Freelander meistern teilweise ziemlich wilde Felsabsätze.
Die ganze nächste Woche geht mit Sightseeing, Mails schreiben, Planung der Weiterreise drauf und am Freitagmorgen geht es mit Dan, dem Chef von Landrover Calgary an den Little Bow Lake. Er hat uns eingeladen, mit ihm das Wochenende zu verbringen. Er nimmt zwei Seadoos mit und wir haben die Möglichkeiten mit diesen Dingern auf dem See herumzuheizen: 130 PS und Endgeschwindigkeiten von über 80km/h lassen den See klein werden. Zwischendurch frischt der Wind auf und Petr kann sogar den kleinen 7m² Kite auspacken und herumduesen. Dan entpuppt sich als Meisterkoch und verköstigt uns bis die Nähte platzen.
Am Montag ist die Kupplung schneller als erwartet angekommen, wurde eingebaut und am Donnerstag legten wir los Richtung Yellowstone. Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Mitarbeitern von Landrover Calgary bedanken, die uns in den zwei Wochen, die wir hier waren, super unterstützt und geholfen haben. Thanks a lot !!!
 

Wir feiern den 1. August
Auf dem Campbell Highway
Wir befestigen unser Schild in Watson Lake

Tierisches unterwegs von Watson Lake nach Dawson Creek

Zur Abwechslung mal wieder ein wenig Landschaft
Es wird flacher vor Grand Prairie
Hirsch im Jasper NP
1 Jahr unterwegs, das will gefeiert werden !!!
"Nostalgische" Luftseilbahn in Jasper
Beim Angel Glacier
Petr am Eisschollensurfen
Berge und wir
Am Maligne Lake
Es geht weiter nach Lake Louise
Columbia Icefield
Mit solchen Vehikeln werden die Touris auf den Gletscher gekarrt
Peyto Lake

Am Chateau Lake Louise
Auf dem Rogers Pass im Glacier NP

Im Banff und Yoho NP
Auf dem Weg nach Kimberley zum Rodeo
Kimberley hat eine Schweizer Bäckerei und Metzgerei und einige bayrische Kneipen, wo es Spätzle, Knödel und andere Leckereien gibt

Eindrücke vom Rodeo in Cranbrook
Bei Ines und Axel in Kimberley
Auf dem Weg zum Banff NP
Im Banff NP. Im Hintergrund das Banff Springs Hotel ...
...vom Hintergrund in den Vordergrund...
... und rein geht's
Tanzdarbietung der Siksika People

Es geht nach Calgary
Unser Übernachtungsplatz bei Landrover Calgary
Unser Gastgeber in Calgary, Gord Jones, bei dem wir zwei Wochen lang bleiben durften, während unser Landy repariert wurde.

Eindrücke vom Dragsterrennen in Calgary

Offroadday Calgary

Sightseeing in Calgary

Seadooing bei Calgary
Petr versucht sich auf einem Standup Seadoo.
Dan, der Meisterkoch
Unsere Gastgeber am Wochenende Dan und Cindy
Wen treffen wir ganz zufällig beim Safeway in Calgary? Alan mit Familie, die wir vor einem Monat in Fairbanks das letzte Mal gesehen haben. Er hat eine super Reisedokumentation über Alaska erstellt: www.northbyrover.com