30. REISEBERICHT: 28.8.-19.9.2003

Von Calgary nach Las Vegas

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Nachdem wir unseren Landy übernommen haben, mussten wir feststellen, dass der Mechaniker offensichtlich einen schlechten Tag gehabt hat und ziemlich schlampig gearbeitet hat: Die Rückwärtsfahrlampe funktionierte nicht, die Relais lagen locker im Sicherungskasten herum, die Bodenplatte war beschädigt und nicht sauber befestigt, etc. So mussten wir ziemlich verärgert am nächsten Morgen noch einmal in die Werkstatt, um die Mängel beheben zu lassen.
Endlich ging es weiter in den Süden! Doch 150 km südlich von Calgary hören wir auf einmal ein schepperndes Geräusch, Sch.... was ist denn das wieder? Tönt nach Handbremse. Wir fahren in die nächste GM Garage, dort wird der Landy aufgebockt, Handbremszylinder geöffnet und siehe da, eine lockere Schraube kullert herum, ein weiterer Pfusch. Nach diesem Zwischenfall setzen wir die Reise mit einem mulmigen Gefühl fort, sind alle Schrauben angezogen, was fliegt sonst noch weg?
Es geht durch den Waterton und Glacier NP, doch leider ist die Sicht wegen der überall lodernden Waldbrände sehr schlecht.
Am Abend machen wir einen Zwischenhalt bei Loretta und Gary in Kalispell. Wir haben die beiden in der Baja getroffen und sie haben uns zu sich eingeladen. Es gibt ein freudiges Wiedersehen und natürlich viel zu erzählen. Am Morgen, als wir den Motor anlassen, meldet sich das Ausrücklager wieder und quietscht, na, das ist eine schöne Bescherung. Doch wir wollen in den Yellowstone, da unser Nationalparkspass abläuft.
Dieser Park ist etwas vom Faszinierendsten was wir bisher gesehen haben. Der ganze Park ist voll von heissen Quellen, blubbernden Schlammtöpfen, sprühenden Geysiren und dampfenden Pools in allen Farben. Wir verbringen zwei volle Tage im Park und haben schon den ersten Nachtfrost, brrrr.
Vom Yellowstone geht es runter in den Grand Tetons NP, der uns Schweizer nicht aus den Socken haut, doch wir packen unsere Bikes und düsen rund um Jackson Hole herum.
Bei der täglichen Kontrolle des Landy stellten wir fest, dass der Luftansaugschlauch nicht angezogen war, eine Schraube zur Befestigung des Getriebes am Motor fehlte und das Ausrücklager immer noch lärmte. Somit stellte sich uns die Frage, sollen wir weiter nach Salt Lake City, dort die Mängel beheben lassen oder zurück nach Calgary. Ersteres wäre für uns kürzer, doch hätten wir den ganzen Aufwand um die anfallenden Kosten an Landrover Calgary überzuwälzen. Wir entschlossen uns, für die 1260km lange Fahrt zurück nach Calgary. Wir melden uns dort telefonisch an und düsten am Dienstag Mittag los. Mittwoch Mittag stehen wir vor der Garage, Landy wird aufgebockt und gecheckt. Offensichtlich ist das ersetzte Ausrücklager auch mangelhaft und es muss nochmals gewechselt werden. Also wieder ganzes Getriebe runter, Lager ersetzen und alles wieder zurück. Dieses Mal gibt sich der Mech mehr Mühe und alle Teile sind festgezogen an ihrem Platz und das Lager einwandfrei. Während unseres Aufenthalts können wir bei James, dem Partmanager von Landrover und seiner Frau Raquel unterkommen. Am Wochenende findet eines der weltweit grössten Springreitturniere in Spruce Meadows statt. Das Feld ist international spitzenmässig besetzt und auch einige Schweizer sind am Start. Leider brillieren sie nicht sonderlich: Beat Mändli's Pferd weigert sich standhaft den steilen Hang runterzuschlittern und im Nationencup wird Christina Liebherr in den Wassergraben geschmissen und die Schweizer scheiden aus.
Am Sonntag geht es erneut Richtung Süden nach Salt Lake City. Doch diesmal kommen wir ohne Probleme an, alles ist in Ordnung, nichts tropft und keine sonderbaren Geräusche. In Salt Lake können wir bei Teresa Mika das uns zugesandte Paket (dík máti ) mit den Reiseführern für Südamerika in Empfang nehmen, Wäsche waschen, paar mails beantworten und schon geht's weiter nach Moab. Hier findet gerade ein nationales Landrovertreffen statt. An die hundert Landrover haben sich hier eingefunden, um über Stock und Stein zu fahren. Wir fahren den einfachen Anfang des Poison Spider Mesa Trails mit und bestaunen danach, über welche Steinstufen und Abbrüche es möglich ist mit einem Landy zu fahren. Am meisten erstaunt uns ein alter Series IIa, der alle Hindernisse mit Bravour meistert. Hier kommt uns doch glatt der Film " Die Götter müssen verrückt sein" in den Sinn. Wir lernen hier Conny und Graham aus Colorado kennen, die im Januar zu einer halbjährigen Afrika Nord-Süddurchquerung mit ihrem 110 Tdi starten und sie können für uns eine Einladung zum Abschluss-BBQ des Landytreffens organisieren. Thanks a lot !!! Natürlich packen wir hier in Moab endlich mal wieder unsere verstaubten Drahtesel vom Dach und machen alle Slickrock-Schmankerl.
Nach fünf Tagen Moab, schmerzenden Hintern und schlaffen Oberschenkeln, geht es weiter nach Las Vegas. Hier versuchten wir wieder mal das All-U-Can Buffet leerzufuttern, doch leider ist es uns auch dieses Mal nicht gelungen und unsere Mägen mussten kapitulieren.
Von Las Vegas ist es nur noch ein Hupferl über die mexikanische Grenze in die Baja, wo wir bis Ende Oktober mal wieder kiten, biken, vielleicht windsurfen werden und daneben viel frisches Obst, Gemüse, Tortillas und andere mexikanische Leckereien futtern wollen.
Sodann, Hasta luego muchachos, wir melden uns Ende Oktober wieder, bevor wir aufs Hauptland Mexiko verschiffen.
 

Büfflel im Waterton NP
So würde es aussehen ohne Rauch- und Wolkenschwaden
Glacier NP vom Rauch eingehüllt
Bei Loretta und Gary
Unfreiwilliger Tankstopp, da uns der Diesel ausgegangen ist
Auf dem Weg zum Yellowstonepark
Eingang zum Yellowstone NP.

Zur Photogallerie

Grand Tetons NP
Jackson Hole: Bekannt für seine steilen Pisten und Couloirs
Feldbewässerung in grossem Stil
Auf dem Weg zurück nach Calgary
Action in Spruce Meadows
Markus Fuchs am Abräumen
Raquel und James
Am Schweizer Stand: Es gab Mandel- und Nussgipfel. Leckerschmecker !!!
Vor dem grössten Laster der Welt: 350t Nutzlast

Auf dem Weg durch Montana und Idaho nach Salt Lake

Von Salt Lake nach Moab

Sammelsurium an Landrovern

Am Poison Spider Mesa Trail

Oldie but Goldie

Unterwegs zum Top of the world

Auf dem Top of the World Aussichtspunkt
Abendstimmung über Moab

Bikeaction auf dem Slickrock