31. REISEBERICHT: 20.9.-16.10.2003

Von Las Vegas nach La Ventana (Baja California)

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Las Vegas war wieder einmal genial. Wir konnten bei unserem Freund Markus Mika einige Tage bleiben und ausspannen. Faulenzen war angesagt, jedwelche Aktivitäten verschoben wir auf die Abendstunden, war es doch immer noch verdammt heiss. 40°C im Schatten waren für uns Alaskatemperaturen-Gewohnten immer noch zu heiss. Doch jetzt wissen wir wenigstens, wie sich der Sommer in der Schweiz angefühlt haben muss. Da wir ja nun schon das zweite Mal in Las Vegas waren, pickten wir uns nur noch die Highlights aus und schauten den Menschenmassen zu, wie sie dem Strip entlangzogen. Ein weiteres Highlight war der 50-Jahre Geburtstag des Playboy-Magazins, das an diesem Wochenende in La Vegas im Palms Hotel zelebriert wurde. Sowas mussten wir uns natürlich anschauen, da überall in Las Vegas Werbung für diesen Anlass gemacht wurde. Enttäuscht teilte uns der Bodyguard aber mit, dass die Party am Pool nur für Hotelgäste war und die Übernachtungspreise auf 400$ geschnellt sind. Doch so leicht liessen wir nicht locker (vor allem Petr). Um wenigstens einen Blick auf den Pool zu erhaschen, wo die Party stattfand, fuhren wir ein paar Stockwerke höher und wollten aus einem Fenster runterschauen. Im Dritten angekommen, fanden wir kein Fenster, dafür einen Notausgang, also Treppe runter, links, links, rechts und schon waren wir in der Disco, wo der Event am Abend fortgesetzt werden sollte und die Crew schon am Vorbereiten war. Wir schlenderten cool an ihnen vorbei und schon waren wir am Pool, wo all die Schönheiten wie bei einer Nutztierschau herumstolzierten und die coolen Macker ihre muskulösen Bodies zur Schau stellten. War echt amüsant das ganze Geschehen zu beobachten, so viel Silikon an einem Ort kriegt man selten zu sehen.
Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen von Markus und wir fuhren weiter Richtung Süden. Die Hitze im Landy war fast nicht zum Aushalten, trotz offenen Fenstern und Lüftungsklappen kochte es uns fast aus. In Calexico wollten wir kleine Ventilatoren kaufen, um uns wenigstens ein wenig abzukühlen, wenn der Landy steht. Doch offensichtlich sind uns andere zuvorgekommen, in ganz Calexico waren keine kleinen Auto-Ventilatoren aufzutreiben. Doch knapp vor der Grenze wurden wir im Wal Mart doch noch fündig und wir haben endlich eine "Air Condition".
Der Grenzübertritt war problemlos und alle Formalitäten in weniger als einer Stunde abgeschlossen. Bye bye USA, Hola Mexiko.
In San Felipe angekommen, kauften wir uns sogleich frisches  mexikanisches Süssgebäck und Brötchen und freuten uns auf das viele frische Obst und Gemüse, das wir hier wieder zu erschwinglichen Preisen kaufen können. Das Wetter verschlechterte sich zusehends, es windete, das Meer wurde immer dunkler und wilder und bald goss es wie aus Kübeln. In Puertecito erfragten wir bei einem Poizeiposten den Wetter- und Strassenzustand und der Diensthabende meinte, der mittlerweile zum tropischen Sturm abgeschwächte Hurrikan Marty sei am Durchziehen und die Strassen seien dadurch teilweise unpassierbar. Na, schöne Aussichten. So machten wir uns auf die Suche nach einer sicheren Bleibe und fanden diese in Bahia Christina. Hier wurden uns zwei Wohnwagen angeboten, welche aber schon völlig durchnässt waren und wir konnten den Besitzer überzeugen, uns doch in der Kneipe am Boden übernachten zu lassen. So assen wir gemütlich Tortillas, während es draussen stürmte und tobte. Via Funk erfuhren wir auch, dass mittlerweile die Strassenverbindung nach Norden auch unterbrochen war und wir feststeckten. Die ganze Nacht über tobte der Sturm, doch wir hatten unsere Plache und Luftmatrazen am Boden ausgelegt und schliefen bestens. Tags darauf war der Sturm vorbei, das Wetter klarte wieder auf, doch über die nächsten 20km Schotterpiste konnte auch per Funk keine Aussage gemacht werden, da bisher noch niemand durchgefahren war. So machten wir uns auf, um den Weg vorzuspuren. Immer wieder war die Strasse weggespült worden und wir mussten uns einen Weg übers Geröll hinweg suchen. Vor Punta Willard übernachteten wir an einem wunderschönen Strand. Punta Willard wäre ein wunderschönes Plätzchen, wenn nicht schon dutzende von Amis ihre Holzbaracken an den Strand geknallt und somit verschandelt hätten.
Wieder auf der Hauptstrasse angelagt, ging es weiter nach Mulégé, wo wir wieder mal Béa von Cortez Explorer einen Besuch abstatteten. Sie war gerade damit beschäftigt, ihr Haus und Shop von den Folgen Marty's aufzuräumen, der in Mulégé ziemlich gewütet hat. Wir verbringen einen super Grillabend am Strand, muchas Gracias Béa, und ziehen Tags darauf weiter nach La Paz. Auf der gesamten Strecke sind die Folgen von Marty zu sehen: weggespülte Strassen, geflutete Felder und als positiver Nebeneffekt: alles blühte und spriesste und verwandelte die trockene Baja in eine blühende Blumenwiese.
In La Paz sind alle Reklametafeln umgefegt worden, einige Strassen unterspült, die Uferpromenade teilweise beschädigt, doch das Leben geht weiter und es wird fleissig repariert. Wir statten noch Libuše und Jürg in Todos Santos einen Besuch in ihrer schmucken Casa Posada ab, herzlichen Dank für das feine Zmorge, fahren zurück nach La Paz, rüsten unsere Vorräte auf, checken die emails, übernachten nochmals in Tecolote und dann geht es endlich ab nach La Ventana. Auch hier hat Marty gewütet, Pablos Restaurant muss gereinigt werden, der Campground sieht mitgenommen aus, Stromleitungen hängen herum, Strom gibt es keinen, der Strand ist wieder kleiner geworden, unser Arroyo hat es voll ausgewaschen, dafür haben wir jetzt den schönsten Sandstrand weit und breit.
Wir machen es uns bequem im Arroyo und warten auf Wind, der leider auf sich warten lässt. Die erste Woche ist es verdammt heiss, tagsüber um die 40°C, Abends kühlt es kaum unter die 30°C Marke und selbst in unserem luftigen Dachzelt wird es kochend heiss. Dafür ist das Wasser wunderbare 26°C warm. Statt Wind kommen gegen Ende Woche unsere Österreicher Freunde Monika und Fritz Gadermaier angedüst, mit denen wir schon die letzten drei Monate im Arroyo zu La Ventana gestanden sind.
Interesssant wird es wieder, als die nächste Hurrikanwarnung reinkommt: gleich zwei Hurrikane nähern sich der Baja California. Wir verfolgen den Lauf der Stürme per Internet und im Campground haben die Touris ihre Satellitenschüsseln aufgestellt und können uns exakte Infos geben. Vorsichtshalber verlassen wir das Arroyo für drei Tage um nicht weggespült zu werden. Es gibt ein paar starke Regengüsse, doch die beiden Hurrikane haben sich zum Glück gegenseitig neutralisiert. Wir lernen noch Gloria und Jimmy kennen, welche eine 40 Meter Yacht betreuen. Sie laden uns zur Bootsbesichtigung ein und erzählen uns auch, dass während Marty 53 Schiffe im Hafen von La Paz abgesoffen sind.
Die nächsten zwei Wochen hat es ab zu mal ein wenig Wind, doch nichts Grossartiges, so beschränken sich unsere Aktivitäten auf Joggen, Biken, Stretching, Kraftraining, Lesen, Spanisch lernen, Mundharmonika spielen, Deutsche Welle hören, einmal pro Woche nach La Paz reinfahren um die Vorräte aufzustocken und die emails checken.
Esther musste noch einmal zwei Zahnarztbehandlungen über sich ergehen lassen, da die Zahnnerven auf das Füllmaterial reagiert haben und sie überhaupt nicht mehr kauen konnte. Somit musste sie noch einmal die Plomben rausnehmen, eine temporäre Füllung für eine Woche rein und dann wieder alles raus und die definitive Füllung, doch jetzt ist wieder alles in Ordnung.
Auch hatten wir die Möglichkeit in El Sargento einen Schulbesuch zu absolvieren. War echt interessant zuzuschauen, wie hier der Unterricht gestaltet wurde. Beeindruckt hatte uns vor allem, dass in ganz Mexiko die gleichen Schulbücher verwendet und an die Schüler kostenlos abgegeben werden, die exakte Wochenplanung der Lehrerinnen, die jede Woche vom Schuldirektor abgesegnet wird und wie mit einfachen Mitteln ein interessanter Unterricht gestaltet wurde. Am Abend wurden wir von den Lehrerinnen zu einem mexikanischen Abendessen eingeladen und haben viel über das Leben in Mexiko erfahren.
Wir werden noch ein paar Tage in La Ventana bleiben und dann heisst es schon wieder Abschied nehmen.
 

Wieder mal Las Vegas
Spieglein, Spieglein an der Wand ...
Venedig, ja, aber in Las Vegas

50 Jahre Playboy Geburtstagsparty

Zur Fotogallerie

Sonnyboys
Durch die Wüste in die Baja

In den ???-Dünen vor El Centro.
Hier kommt richtiges Saharafeeling auf, ohne aber Gefahr zu laufen sich zu verfahren.
Rinderfarm vor Calexico
Wir haben es doch noch ins International House of Pancakes geschafft (Gruss an Bettina und Stefan !!!)
Endlich "(H)Air Condition"

Man beachte die exquisite Farbabstimmung

Yeppeee, wieder in Mexiko !!!
Tropischer Sturm Marty zieht durch San Felipe
Jetzt schüttet es richtig
Tags darauf sind die Strassen in ziemlich desolatem Zustand, doch befahrbar
Einer der vielen Traumstrände in der Baja
Vor Mulege
Am Strand von Mulege mit Bea von Cortez Explorers und Ernesto

Bahia Conception
Die Wüste ist grün
Sonnenuntergang auf der Terrasse von Libuše und Jürg in Todos Santos

Zurück in unserem Arroyo
Esther mit Wuzel unserem Strandkater, der uns beim Biken hinterhergelaufen ist und den wir wieder aufgepäppelt haben
Gulasch mit Spätzli
Princess K im Hafen von La Paz. Jimmy hat uns eine tolle Führung gegeben, thanks a lot !!!

Petr in Action

Esther am Kiten. Bodydrag hat sie schon super drin, doch es hatte zu wenig Wind, um mit unserem kleinen Kite aufs Brett raufzukommen.

Wir haben dann ein grösseres Brett gemietet und schon düste sie herum.

Schulbesuch in El Sargento
Die Eurroyo-Gang wieder beisammen: Fritz und Monika aus Österreich

Bye Bye La Ventana