35. REISEBERICHT: 10.12.2003-4.1.2004

Mexiko City nach Playa del Carmen

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Nach dem Abschied von Mexiko City ging es weiter nach Puebla, einer industriellen Millionenstadt. Unsere Reisebücher verkünden nichts allzu Positives, doch wir fahren trotzdem ins Zentrum rein und werden aufs Angenehmste überrascht. Das Stadtzentrum ist mit gut erhaltenen Kolonialgebäuden gespickt, der Zocalo (Hauptplatz) eine Augenweide und in der Fussgängerzone wird emsig eingekauft. In Tehuacan machen wir nur einen kurzen Zwischenstop, schlendern durch die vollgestopften Gassen, übernachten mal wieder auf einer Tankstelle und rollen weiter nach Oaxaca. Unterwegs treffen wir auf Tausende von Pilgern, die sich für den 12.12. nach Mexiko City aufgemacht haben. Hier wird jährlich der wichtigste christliche Feiertag der Mexikaner zelebriert und die Pilger kommen zu Fuss, per Rad, auf geschmückten Lastwagen oder joggen in Stafetten. Unglaublich welche Strapazen sie auf sich nehmen.
Oaxaca ist wie schon andere mexikanische Städte Weltkulturerbe und die Innenstadt denkmalgeschützt. Die Mischung aus kolonialer Vergangenheit, indegener Bevölkerung und dem Ruf einer Künstlerhochburg machen sie zu einer der meistbesuchten Städte Mexikos. Überall latschen Touris mit Stadtplan und Reiseführern herum und bestaunen die Innenstadt. Nachdem wir schon einige Kolonialstädte bestaunt haben, reisst uns Oaxaca nicht so sehr vom Hocker, Puebla z.B. hat uns besser gefallen. In Oaxaca können wir bei Cecilia, einer Schwester von Pablo, unserem Gastgeber in Mexiko D.F. übernachten. Sie betätigt sich für uns als Reiseleiterin und wir besuchen mit ihr die abseits des Touristenstroms liegenden Plätze in Oaxaca. Sie führt uns durch die Ausgrabungsstätte von Monte Alban, der grössten erhaltenen zapotekischen Stadt und wir bestaunen den über 2000 Jahre alten Arbol del Thule, eine gigantische Zypresse. Muchas Gracias Cecilia !
Von Oaxaca geht es über die Sierra Madre Occidental wieder raus an die Küste. Die Strasse windet sich in tausenden von Kurven Berg rauf und runter und wir benötigen für die 250km mehr als sechs Stunden, ehe wir abends in Puerto Escondido eintreffen. Dieser Ort ist berühmt für seine hohl brechenden, bis zu 5 Meter hohen Wellen und jedes Jahr im November finden hier internationale Surfwettkämpfe statt. Gespannt gehen wir tags darauf an den Strand um der Action beizuwohnen, doch nix die Bohne, das Meer ist flach wie ein Silbertablett und von Wellen keine Spur. So machen wir denn einen gemütlichen Strandspaziergang und geniessen das warme Wetter, nachdem wir die letzten Wochen in der Höhenlage nicht mit Hitze verwöhnt wurden. In Zipolite unserer nächsten Destination scheint die Zeit in den 68ern stehengeblieben zu sein: Althippies und kiffende Jungrastafarias hängen in den Hängematten herum, auf der Strasse wird einem die gesamte Drogenpalette angeboten und am Strand ist Nacktbaden keineswegs verpönt. Petr geniesst die lockere Atmosphäre vom Strand aus, während Esther ihren Magen im Dachzelt und der Toilette von Montezumas Rache auskuriert, die sie wohl der Pina Colada von Puerto Escondido zu verdanken hat.
Tags darauf geht es leider wieder weiter, wollen wir doch an Weihnachten in der Playa del Carmen sein, wo uns Regula und Urs, eine Schwester von Esther mit ihrem Mann besuchen kommen und es gibt vorher noch einiges anzuschauen. Die gesamte Küste bis nach Salina Cruz wimmelt nur so von wunderschönen und meist einsamen Sandstränden. Die Schönheit der Gegend ist der mexikanischen Tourisbehörde nicht entgangen und in Huatulco entsteht ein gehobenes Cancun mit vielen Luxushotels. In Salina Cruz haben wir den Strand nur für uns, was nicht so verwunderlich war, da der Wind mit dem aufgewirbelten Sand ein wunderbares Sandstrahlgebläse ergab und wir einige Male umparken mussten, bevor wir einen akzeptablen Standplatz gefunden hatten.
Bye, bye Strand, jetzt ging es wieder in die Berge rauf, nach San Christobal de las Casas auf 2250 M.ü.M. In Tuxtla machen wir noch einen Abstecher in den Canyon del Sumidero. Einer eindrücklichen Schlucht mit über 1000 Meter hohen, steilen Wänden.  Es besteht die Möglichkeit eine Bootstour zu unternehmen, auf der man im Fluss sogar einen Blick auf die seltenen Flusskrokodile erheischen kann, doch wir entschliessen uns für die Fahrt mit dem Auto entlang den Klippen. Die Fahrt nach San Christobal windet sich steil rauf und unterwegs sehen wir schon viele indigene Frauen, die in ihren Trachten zum Markt eilen. Vor San Christobal zweigen wir noch ab nach Chamula, einer Stadt, die vorwiegend von Indigenas bewohnt wird. In der Kirche herrscht eine ganz spezielle Stimmung: tausende von Kerzen flackern, der Boden ist mit Piniennadeln bedeckt und wir können einem Schamanen zuschauen, wie er ein Huhn nimmt, mit diesem über einen Patienten streicht und somit die Krankheit auf das Huhn überträgt und dem Huhn zu guter Letzt den Hals umdreht. In San Christobal wandern wir durch die Stadt und bestaunen auf dem Markt das bunte Treiben. Als Tourist ist man hier keineswegs willkommen, höchstens geduldet und man wird argwöhnisch beäugt. Wir machen hier die Bekanntschaft mit Ursula, die mit ihrem mexikanischen Gatten eine Fahrradvermietung betreibt und bei einem leckeren Nachtessen erzählen sie uns viel über die Gegend und die Leute. Herzlichen Dank Ursula und Joel !!!
Auf der Fahrt nach Palenque giesst es wie aus Kübeln und vom sehenswerten Regenwald bekommen wir herzlich wenig mit. In Agua Azul machen wir einen Zwischenhalt bei den sehr imposanten Wasserfällen. Über eine Breite von über hundert Metern ergiesst sich der Fluss mit gewaltigem Tosen durch den Urwald.
Palenque ist eine gut erhaltene Mayastätte bei der bisher nur etwa 15% ausgegraben wurden und der Rest der Stadt liegt immer noch im Urwald begraben. Die Stimmung ist einmalig: wir stehen auf der Pyramide und schauen über den dampfenden Urwald.
Die Fahrt geht tags darauf weiter nach Campeche, der einzigen Stadt Mexikos mit einer Festungsmauer, welche gegen die herummarrodierenden Piraten errichtet wurde. Nächstes Ziel ist Merida. Ein eindrücklicher Zocalo mit täglicher Fahnenübergabe die Pomp inszeniert wird und einer grossen Kathedrale. Am Abend genehmigen wir uns den letzten Teil von "Herr der Ringe" in Spanisch. Zum Glück haben wir die Bücher gelesen, sonst hätte es mit dem Verständnis doch ein wenig gehappert.
Nächsten Halt machen wir auf der Isla Holbox und kommen hier zum ersten Mal in Kontakt mit dem wunderbar blauen, karibischen Meer und dem weissen, palmengesäumten Strand, einfach paradiesisch. Die Insel ist noch nicht touristisch überlaufen, es hat ein paar kleine Hotels und viele Strohhütten, die Stimmung locker und entspannt. Hier liesse es sich noch länger bleiben!
Wir verlassen das Paradies und tuckern weiter Richtung Cancun. Schon von Weitem sehen wir die Hotelghettos am Strand aneinandergereiht und nehmen schnellstmöglich Reissaus Richtung Playa del Carmen. Playa del Carmen ist ebenfalls ein Touriort par Excellence, mit einem sehr belebten Fussgängerviertel, vielen Bars, Restaurants, einigen coolen Stranddiscos und einer relaxten Atmosspäre. Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter südlich nach Xpu-Ha Bonanza, wo es einen schönen und günstigen Campground haben soll. Am Abend kommen wir dort an und wen treffen wir hier? Susanne und Michel, ein deutsch-holländisches Paar, das uns auf dem Parkplatz in Merida einen Zettel unter den Scheibenwischer geklemmt haben. Die beiden wollen ebenfalls durch Zentralamerika und dann weiter nach Südamerika, wo sie den nächsten Silvester in Feuerland zu feiern gedenken, so wie wir. Weiter sind hier Kathrin und Franz, die auch auf dem Weg nach Südamerika unterwegs sind, Sepp und Susi, die von Südamerika her raufgekommen sind und Ilse und Günther die hier den Winter verbringen. Wir werden sehr herzlich in die Globetrotterrunde aufgenommen und es gibt natürlich sehr viel zu erzählen und Erfahrungen auszutauschen.
Wir verbringen einen wunderschönen Weihnachtsabend zusammen und geniessen es in dieser bunten Runde wie in einer Grossfamilie feiern zu können.
Tags darauf heisst es nach Cancun raufzufahren, um Esthers Schwester Regula und ihren Gatten Urs am Flughafen abzuholen. Die beiden kommen pünktlich an, doch es dauert über eine Stunde bis sie die Einwanderungsformalitäten hinter sich gebracht haben und wir sie in die Arme schliessen können. Nach weiteren zwei Stunden zähen Hin- und herverhandelns können sie endlich ihren vorgebuchten Mietwagen in Empfang nehmen und wir düsen runter nach Playa del Carmen. Fast einen Koffer haben die beiden gefüllt nur mit Weihnachtgeschenken, Weihnachtskeksen, diversen Büchern für uns und den Wartungsteilen für den Landy, herzlichen Dank Regula und Urs.
Die Tage vergehen im Nu, wir betreiben emsiges Sightseeing, wie z.B. Tulum und Chichen Itza, machen einen Schnorcheltrip auf die Insel Cozumel und gehen kostenlos Schnorcheln in einer Cenote (Süsswasserloch mit klarstem Wasser) bei der Casa Cenote. Ab und zu ist der Wind stark genug, dass Petr den Kite hervorkramen und in den Wellen herumdüsen kann. Die Restzeit verbringen am wunderschönen Strand und hören gebannt den News aus unserem heimatlichen Gefilden zu. Silvester gehen wir gemeinsam fein Essen und nachdem sich Regula und Urs dem Schlaf verschrieben haben, stellen Esther und ich fest, dass keine Linienbusse zu unserem Campingplatz mehr fahren und die Taxis horrende Preise verlangen. So entschliessen wir uns die Nacht durchzufeiern und am Morgen den ersten Bus zu nehmen. Die Disco ist gerammelt voll, auf der Bar wird fleissig getanzt und die Stimmung heiss. Um 5:30 ist der Spuk vorbei, die Disco hat ihre Pforten geschlossen und mit hunderten anderen warten wir auf den ersten Sonnenaufgang im Neuen Jahr.
Am Montag, 5.1.04 bringen wir Regula und Urs an den Flughafen, verabschieden uns von den Beiden. Regula und Urs, wir haben die Zeit mit Euch sehr genossen, herzlichen Dank !!!
Wir müssen in Cancun noch einige Sachen einkaufen und erledigen, bevor es weiter nach Belize und Guatemala geht.
Das war's, ab an den Strand!
 

Pilger unterwegs nach Mexiko City
Am Hauptplatz von Puebla
Einer der vielen schönen Innenhöfe in Puebla

Kathedrale in Oaxaca von aussen und innen
Petr geniesst eine der vielen Spezialitäten in Oaxaca:

Gebratene Heuschrecken

Monte Alban
Arbol del Thule
Muchas Gracias Cecilia por tu hospitalidad !!!
Auf dem Weg über die Sierra Madre Occidental nach Puerto Escondido
Puerto Escondido
Strand von Zipolite
Strand bei Salina Cruz
Canyon del Sumidero
Am Markt von Chamula
In San Christobal de las Casas
Ursula und Joel, herzlichen Dank für das feine Nachtessen und die guten Tips

In Agua Azul. Von Azul konnte wegen des Regens keine Rede sein

Dampfende Regenwaldstimmung in Palenque

Campeche by night and day
Kathedrale in Merida
Gesehen am Markt in Merida
Und schon wieder ein Strand, diesmal auf der Isla Holbox

Weihnachten 2003 in Globetrotter-Gesellschaft
Regula und Urs sind angekommen
In Tulum, einer Mayastätte wunderschön am Meer gelegen
Schnorcheln auf der Isla Cozumel

Impressionen aus Chichen Itza
Ein alter Mayabrauch für mutige Männer
Mad Max in Mexiko
Kiten im Paradies:
Blaues Wasser, weisser Sandstrand, schöne Wellen am Riff und konstanter Wind

Silvester in Playa del Carmen

Unser Campingplatz und dazu der Strand, einfach paradiesisch !!!
   
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