41. REISEBERICHT: 2.4.-19.4.2004

Costa Rica

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Sind schon fast eine Woche in Panama, sitzen hier in einem gemütlichen Strandcafé, die Skyline vor uns und geniessen einen ruhigen Sonntag ohne Sightseeing, da wir schon so ziemlich alles hier in der Umgebung gesehen haben.
Verschiffung und Flüge nach Venezuela haben wir auch schon organisiert. Am Mittwoch geht unser Landy in den Container, am Freitag fliegen wir und am Montag darauf sollte der Container in Venezuela ankommen. Somit wäre das aktuelle Geschehen zusammengefasst und jetzt geht es wieder in die Vergangenheit, zu unseren Erlebnissen in Costa Rica.
Hmmm, ist schon verdammt lange her, seit wir nach Costa Rica reingekommen sind, doch es war schön und hat uns gut gefallen.
Das wars, daher lassen wir die Bilder sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber nicht doch, es gibt ja doch noch einige Leute die nicht nur Bilder glotzen, sondern die sich auch für unser Geschreibe interessieren und die wollen wir natürlich nicht enttäuschen.
Los geht's.

Der Grenzübertritt nach Costa Rica ging reibungslos über die Bühne. Da es sich um den einzigen Zollposten zwischen Nicaragua und Costa Rica handelt, ist er sehr gross, modern und belebt. Zum Glück waren wir früh dran, denn gleich hinter uns sind etwa drei Reisebusse angekommen und beim atemberaubenden Tempo der Costa Ricanischen Stempeltusse hätte sich die Wartezeit bei der Immigration locker auf zwei Stunden ausdehnen können. Auf der Costa Ricanischen Seite gab es noch einen Streik der Tramitadoren und wir blieben dort ne halbe Stunde hängen, doch dann waren wir endlich in Costa Rica, der sogenannten Schweiz Zentralamerikas.
Wir bogen als erstes gleich mal zu den Stränden der Peninsula Nicoya ab. Und dies hatte herzlich wenig mit der Schweiz zu tun: Wunderschöne, mit Palmen gesäumte Sandstrände, klares Wasser, zum Surfen ideale Brandung, doch leider kein Wind (wenigstens eine Parallele zur Schweiz). Wir klapperten alle Strände der Halbinsel ab und müssen konstatieren, dass wir auf unserer gesamten Reise nirgends eine solche Fülle an wunderschönen Stränden angetroffen haben. Uns hat vor allem der Playa Samara sehr gut gefallen. Da Ostern war und ganz Zentralamerika die Osterwoche frei hat, war der Camping hoffnungslos überfüllt, doch von unserem Penthouse aus konnten wir gemütlich zuschauen, wie sich die anderen Zeltler auf dem Kopf und Zelt herumgetrampelt sind.
Nach dieser gemütlichen Strandwoche geht es ab in die Berge nach Monteverde. Die Schotterstrasse windet sich steil rauf und nach zwei Stunden Geholper kommen wir auf 1400M.ü.M beim Hotel Miramontes an, das vom Schweizer Ehepaar Kathi und Walter Faisthuber geführt wird. Die beiden sind zwanzig Jahre lang als Berufsmusiker durch die Schweiz gezogen und sind vor zehn Jahren nach Costa Rica ausgewandert. Die Speisekarte glänzt mit Österreichischen und Schweizer Spezialitäten und lässt uns das Wasser im Munde zusammenlaufen. Am Abend sitzen wir noch beisammen, schwatzen und schauen deren Video aus ihrer musikalischen Vergangenheit. Herzlichen Dank Kathi und Walter, wir haben es sehr genossen bei Euch!
Monteverde ist touristisch völlig überlaufen wegen dem tropischen Nebelwald (Cloudforest), den es hier zu bestaunen gibt. Mehrere Anbieter buhlen mit Hängebrücken, Canopy Tours (Im Klettergurt, an Stahlkabeln hängend, durch den Urwald düsen), Abend- und Nachtwaderungen etc. etc. um die Gunst der vor allem amerikanischen Kundschaft. Die Preise sind dementsprechend hoch: Hängebrücken 15$, Canopy Tours 35$, Parkeintritt 8$ und lassen uns die Spucke wegbleiben. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und es gelingt uns durch den Ausgang zu den Hängebrücken reinzuschleichen und kommen in den Genuss eines Spaziergangs zwischen den Baumwipfeln. Die Vegetation ist undurchdringlich dicht, auf jedem Baum wachsen noch hunderte von Orchideen und Rhododendren und von überall her kreischt, zirpt, quietscht und gurrt es und dazu noch der Nervenkick, ob wir es schaffen, unbemerkt wieder aus dem Park rauszukommen.
Die Riserva Biologica des Bosque Nebuoso de Monteverde bietet nach der Canopy Tour nicht mehr viel Neues und Tiere, ausser einer riesigen Tarantula lassen sich keine blicken. Die Nächte hier oben sind angenehm kühl (~18°C) im Vergleich zu den heissen 28°C am Strand.
Von Monteverde aus geht es wieder runter zum Lago Arenal, das ein Windsurfparadies sein soll. Die Gegend hier erinnert uns sehr an die gute alte Schweiz: überall grüne Wiesen auf sanften Hügeln, friedlich grasende Holsteinerkühe und mitten drin der blaue See und... wieder mal kein Wind. Bei der Windsurfstation lernen wir Erika, Peter und ihre zwei Söhne Claudio und Cederik kennen, die vor vier Jahren hierher ausgewandert sind, um ein friedlicheres und weniger gestresstes Leben führen und dem Windsurfen fröhnen zu können. Sie laden uns zu sich ein und erzählen uns von ihrem abenteuerlichen Neuanfang hier in Costa Rica. Ursprünglich wollten sie nur von drei Cabanas, die sie vermieten, leben. Doch mittlerweile haben sie eine Kuh, drei Rinder und einige Hühner und verkaufen selber gemachten Käse, Brot und Bündnerfleisch.
Zum Windsurfen sind wir leider zu spät dran, der beste Wind ballert mit bis zu 7 Windstärken von Dezember bis März über den See und wir können dem leichtgewichtigen Cederik neidisch zuschauen, wie er über den See flitzt.
Wir ziehen weiter um den See und auf einmal sehen wir links der Strasse ein rustikales Restaurant mit der Aufschrift "Pequena Helvecia". Wir biegen natürlich ab und gönnen uns ne richtige Bratwurst mit Kartoffelsalat und einen Wurst- Käsesalat. Schon als wir weiterziehen wollen, kommen wir ins Gespräch mit dem Besitzer, Herrn Ulrich und er übergibt uns daraufhin den Schlüssel zum Hotelzimmer, damit wir mal wieder eine Nacht ohne Dachzeltaufstellen geniessen können. Herzlichen Dank !!!
Er ist schon vor dreissig Jahren ausgewandert und hat hier ein Stück Heimat hingezaubert: Ställe für die Kühe, Aebi Traktoren, ein alter Panoramabus aus dem Berner Oberland, eine kleine Kappelle und als Tüpfelchen auf dem i hat er eine Schmalspurbahn mit allen Schikanen errichtet: Tunnels, Brücken und ein Wendeplatz zählen zu den Highlights und auf dem Berg ist ein Panoramarestaurant im Enstehen.
Unsere Fahrt geht nächstentags weiter vorbei am Vulkan Arenal, der zu den weltweit aktivsten Vulkanen zählt und regelmässig Lavabrocken spuckt und abends könnte man die rotglühende Lava fliessen sehen. Könnte, wenn der ganze Gipfel nicht in Wolken gehüllt wäre. Doch immerhin können wir ab und zu donnerndes Grollen vernehmen.
Als nächsten Vulkan nehmen wir uns den Vulkan Poas vor, doch auch dieser hüllt sich in Wolken und wir kriegen ihn nicht zu Gesicht.
In San José beginnen wir schon mal die Verschiffungs- und Flugpreise abzuklären, lesen wieder mal unsere Mails und betreiben ein wenig Sightseeing, das schnell abgeschlossen ist, da die Stadt ausser einer lebendigen Fussgängerzone recht wenig zu bieten hat.
Weiter geht es durch üppigen Regenwald an die Karibikküste, wo viele Schwarze leben und es schöne Strände haben soll. In der Tat, in Puerto Limon dem Haupthafen Costa Ricas, hat es viele Schwarze und der Lebensrhythmus ist noch gemächlicher als er sonst schon im Lande ist. Wir kurven durch die Stadt und am Rotlicht hält ein Auto neben uns und jemand ruft durch die offene Scheibe: "Looking for a place? How much do you want to spend?" Wir meinen:"Nothing" und Kim, die gute Person meint, wir sollen ihr folgen. Wir denken uns, sie werde uns zu einem sicheren Strandplatz geleiten, doch stattdessen lädt sie uns zu sich nach Hause ein und ihre Tochter überlässt uns sogar ihr Zimmer. Sie ist gebürtige Taiwanerin, mit einem Ami verheiratet und betreibt hier ein Schiffsausrüstergeschäft. Zum Abschied gibt sie uns noch zwei dicke Brote mit, einen Sack mit Äpfeln und ein Kilo Rindsfilet. Wir sind absolut baff, ob soviel ehrlicher und herzlicher Gastfreundschaft. Thanks a lot Kim.
Entlang der Küste bis nach Cahuita hat es wunderschöne Strände mit guten Wellenreitbedingungen, doch ohne Wind und daher bleibt Kiten wieder mal aus. Wir treffen am Strand eine Schweizer Familie, die hier schon seit zwanzig Jahren leben. Langsam verstehen wir, warum Costa Rica als die Schweiz Zentralamerikas bezeichnet wird: Viele Schweizer, alles ist teuer und kein Wind.
In Puerto Viejo hat es viele Rastafarians verschiedenster Herkunft, die Stimmung karibisch relaxed und in der Nacht giesst es wie aus Kübeln, jaaaahh, das ist Karibik pur. Wir übernachten mitten im Dorf neben der Polizeistation und schliessen unseren Karibikabstecher mit der Fahrt zum Vulkan Irazu ab. Die Strasse führt bis aus 3400M.u.M und hier oben stecken wir mitten in den Wolken, es  fegt ein eisiger Wind durch unsere Shorts und die Sicht ist gleich Null. Wir sparen uns das Geld für den Eintritt und fahren wieder zurück nach San José. Als wir vor dem Internetcafé stehen, murkst uns irgendein Depp die Antenne am Landy ab. Schade, all die "gefährlichen" zentralamerikanischen Länder haben wir problemlos hinter uns gebracht, doch hier im sicheren Costa Rica passiert uns sowas.
Wir können bei Cathia und Oscar übernachten, die wir am Lago Arenal kennengelernt haben und die uns die Kultur und Wesensart der Ticas (Costa Ricaner) näher bringen. Muchas Gracias Cathia y Oscar.
Weiter geht es zu den, unter Surfern berühmten Stränden von Dominical und Pavones. In Dominical hat es wiederum viele abgefuckte Herumhänger, doch der Strand ist wunderschön. Die Fahrt nach Pavones ist abwechslungsreich und wir kommen erst bei Abenddämmerung an. Wir trauen unseren Augen nicht, als wir zu so später Stunde noch an die vierzig Surfer im Wasser zählen, die immer noch auf die Wellen warten.
Am nächsten Morgen überrascht mich Esther mit einem Riesenfrühstück, ah ja stimmt, bin ja wieder mal ein Jahr älter geworden und wir können von unserer "Frühstücksterrasse" aus den Surfern zuschauen, wie sie die Wellen abreiten, beziehungsweise von jenen verschluckt und gründlich gewaschen werden. Hier liesse es sich locker noch länger herumhängen, doch wir wollen nach Panama, damit wir Ende April nach Venezuela verschiffen können.
Costa Rica hat uns sehr gut gefallen, vor allem die Varietät des Landes ist riesig. Von trockenen pazifischen Stränden, über saftige Hügellandschaften, zu hohen Vulkanen, rüber zu feuchten Karibikstränden ist alles vorhanden. Die Menschen haben einen hohen Lebensstandard, es hat keine Bettler, niemand glotzt unsere Fahrräder an und will, dass wir sie ihm schenken. Leider hat es schon viele Touristen, was den Kontakt zur Bevölkerung eher erschwert.

Das war's, jetzt können sich die Bildliglotzer auch wieder dazugesellen.
 

Lastwagenkolonne bei der Einreise nach Nicaragua
Playa Coco
Wieder mal ein Plattfuss
Surfaction an der Playa Tamarindo
Ich gloub, mi laust de Aff
Wir kriegen Besuch
Playa Nosara
Beach Chick

Es geht nichts über Individualtourismus. Ostern an der Playa Samara
Postkartenidylle an der Playa Carillo
Weiter geht's nach Süden
Man beachte die zierlichen, kleinen Öhrchen
stimmt !
Playa bei San Miguel
Während im Rest von Zentralamerika die Toyotas dominieren, hat es hier in Costa Rica unglaublich viele alte bis uralte Landrover.
Viele fahren noch, andere sind schon stillgelegt
Morgenstimmung an der Playa Tambor

Unterwegs nach Monteverde

Wir sind bei Kathi und Walti angekommen
Jam Session
Sound dazu!
Bei so vielen Amis im Urwald ist Patriotismus angesagt




In the Jungle


Kolibris hat es auch in Hülle und Fülle

Zwei schnüsslige Coatimundis.

 

Das Ding ist verdammt gross !!!

Ein Blick auf Waltis Orchideen
Osterprozession
Blick auf den Lago Arenal
Erika und ihre Youngsters
Ein Tukan in den Wipfeln

Sind wir hier in der Schweiz? Im Prinzip ja, nämlich in der Pequena Helvetia
Vulkan Arenal

San Jose

Ab in die Karibik
Kim und David in Puerto Limon
Costa Rica ist nach Ecuador der zweigrösste Bananenproduzent weltweit
Einfache Behausung ...

... und schon wieder mal ein Strand
So wächst Cacao
Idyllischer Standplatz am Punta Uva
Karibik live

Kirche in Carthago
Bei Cathia und Oscar zu Hause
Auf dem Weg über die Berge nach San Isidro

Strand von Dominical
Auf dem Weg nach Pavones

Blick aus unserem "Pennhouse" auf das Strandleben
Schon wieder ein Jahr älter...
   
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