48. REISEBERICHT: 13.9. - 26.9.2004

Von Salvador nach Rio de Janeiro

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Wir verlassen Salvador, es regnet, die Autobahn ist in gutem Zustand, kurz mal aufs GPS geschaut und schon sind wir bei 110km/h über ein kleines Metallstück gefahren, das sich so blöd in den Hinterreifen bohrt, dass die Karkasse durchbrochen ist, Scheisse !!! Die Luft ist sofort raus, doch wir bringen den Landy problemlos zum Stehen. Reifenwechsel bei Regen, was gibt es Schöneres! In der nächsten Stadt können wir den Reifen zwar reparieren, doch wir werden ihn fortan nur noch als Reservereifen für kurze Strecken und tiefe Geschwindigkeiten benutzen. Schade, der Reifen hatte nur 11'000km drauf.
Die Strasse zur Chapada Diamantina ist streckenweise in völlig desolatem Zustand. Kein Asphalt, tiefe Löcher und die uns entgegenkommenden Lastwagen suchen sich slalomschlängelnd den besten Weg durch diese Offroadpartien.
Die Chapada Diamantina ist ein Gebiet, das wie die Gran Sabana in Venezuela, Teil der afrikanischen Platte war und damit zum ältesten Gebirge der Welt gehört. Wir kraxeln zum Cachoeira da Fumaça, mit knappen 400 Metern, der höchste Wasserfall Brasiliens, doch er führt kein Wasser und nur ein paar Tropfen stürzen sich in die Tiefe. Dafür ist die Aussicht grandios.
Die nächsten zwei Tage Richtung Brasilia führen durch flaches, ödes Weideland, die Strassenbewertung reicht von miserabel bis gut, wir spulen die Kilometer runter und sind froh, als wir endlich die Lichter Brasilias am Horizont leuchten sehen.
Brasilia wurde mitten im Nichts erbaut und hat 1960 Rio de Janeiro als Hauptstadt Brasiliens abgelöst. Die Stadt ist ganz anders als alles bisher gesehene. Sie ist grösszügig gestaltet, es hat viel Platz und Grünflächen zwischen den Gebäuden. Die Regierungsgebäude wurden von Oscar Niemeyer entworfen und bestechen durch ihre Leichtigkeit. Die Stadt ist in die verschiedensten Bereiche wie Regierung, Banken, Botschaften, Einkaufen, Wohnen, etc. eingeteilt. Sogar ein riesiger Campingplatz wurde eingeplant. Die Autogläubigkeit der 60'er erkennt man an den breiten Boulevards, den vielen Parkiermöglichkeiten und zu guter Letzt dem Autokino, das seinen festen Platz im Stadtplan hat.
Wir gehen beim Schweizer Konsulat vorbei, um die Adressen eines Zahnarztes in Erfahrung zu bringen, da Esther ein Zahn, der schon in Mexiko repariert wurde, schon wieder schmerzt. Frank, der Konsul, lädt uns spontan zum Apéro und Nachtessen ein und wir lernen dort auch noch Herbert, den Österreichischen Konsul kennen und können abwechslungsweise bei beiden Familien übernachten. Herzlichsten Dank Frank und Herbert !!!
Die Zahnvisite verheisst nichts Gutes für Esther. Alle Plomben, die sie in Mexiko hat machen lassen, sind verpfuscht und müssen raus, na Bravo. Bei mir ist es nur eine Plombe und ein neues Loch. Während Esther die Zahntortur über sich ergehen lassen muss, gehe ich mit Frank und Vicky squashen. Es tut gut, mal wieder zu squashen, doch der Muskelkater hielt fast eine Woche an. Zum Relaxen darf ich danach auf den Zahnarztstuhl.
Die nächsten Tage verbringen wir mit intensivem Sightseeing. Brasilia gefällt uns sehr gut. Die moderne Architektur und die grosszügige Stadtplanung ziehen uns in ihren Bann.
Wir verlassen Brasilia und ziehen weiter nach Belo Horizonte. Die Strassen sind diesmal in gutem Zustand und wir kommen entgegen allen Erwartungen gut voran. Kurz vor Belo Horizonte besuchen wir noch die Gruta Maquiné. Eine schön ausgeleuchtete Höhle, mit einigen grossen Sälen.
Belo Horizonte ist ebenfalls auf dem Reissbrett entstanden, doch es hat nichts von der grosszügigen Freiheit, wie sie in Brasilia herrscht. Dafür hat es rundherum Berge und an diesen kleben architektonisch faszinierend gestylte Villen.
In den Bergen südlich von Belo Horizonte hat es einige ehemalige Goldgräberstädte, die ihren Reichtum in vielen Kirchen und schönen kolonialen Gebäuden zur Schau stellen.
Wir besuchen Mariana und Ouro Preto und fühlen uns um Jahrhunderte zurückversetzt. Die Gebäude sind gut erhalten und die Kirchen protzen mit viel Blattgold. Es wäre ein Genuss durch die Gässchen zu laufen, würde es nicht immer rauf und runter gehen. Der Besuch der Mina da Passagem ist ein richtiges Abenteuer. Mit einem uralten Grubenwagen werden wir die 45° steile Rampe in die Tiefe gelassen und fahren die ersten 300 Meter unter die Erde. Dort unten eröffnet sich uns eine neue Welt. Der ganze Berg ist ausgehöhlt und riesige Gewölbe kommen zum Vorschein. Tiefer runter können wir nicht, da der Rest der Gruben schon geflutet ist, doch es werden Tauchexpeditionen angeboten, um noch weiter zu gelangen. Zum Abschluss der Führung sitzen wir wieder in den Grubenwagen und hoffen, dass das Kabel hält.
Weiter geht es durch die ehemals kaiserliche Sommerresidenz Petropolis, mit ihren schönen kolonialen Gebäuden und am Sonntag fahren wir endlich in Rio de Janeiro ein.
 

Das ist ne Gaudi
Offroad auf der Hauptstrasse nach Brasilia

 

In Lençois, Ausgangspunkt für Wanderungen in den Nationalpark Chapada Diamantina
Im Chapada Diamantina Nationalpark
Wir kriegen Besuch von einer Gottesanbeterin
Unterwegs zum höchsten Wasserfall Brasiliens
Wahlen 2004: Mit solchen Dröhnvehikeln wird Werbung für die Wahl des eigenen Kandidaten gemacht
Weiter geht es nach Brasilia
Wir sind nicht die einzigen, die unterwegs sind

Brasilia von oben
Stadtplan von Brasilia
Im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, dem Itamarati Palast
Kathedrale Metropolitana
Präsidentenpalast
Praca Tres Poderes, der Hauptplatz in Brasilia
Das Theater, ...
... die Don Bosco Kirche und ...
die Brücke über den See
Unsere Gastgeber in Brasilia:
Frank, der Schweizer Konsul mit Familie und sein Österreichischer Kollege mit seiner Gattin Maria.
Nochmals herzlichen Dank!!!
Gruta de Maquiné
In Belo Horizonte
Im zweitgrössten Fussballstadion Brasiliens. Früher mit einer Kapazität von 135'000 Zuschauern, jetzt aus Sicherheitsgründen auf 90'000 reduziert
Eine der vielen extraganten Villen Belo Horizontes ...
und ein Aussichtsturm in Bau
Mariana
Offene Mine, in der noch heute von Hand und einfachsten Mitteln, nach dem Imperial Topaz geschürft wird. Kaum zu glauben, dies ist die einzige Fundstelle für diesen Edelstein weltweit.
Rein in die Mina de Passagem, in der im Verlauf der Jahrhunderte in Sklavenarbeit über 35 Tonnen Gold geschürft wurde.

 

Impressionen aus Ouro Preto
Ein Gläschen Wein hoch über Ouro Preto
In Congonhas
Unterwegs nach Teresopolis
Nationalpark Serra des Orgaos
In Petropolis
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