53. REISEBERICHT: 13.11. - 24.11.2004

Buenos Aires

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Der Grenzübertritt von Uruguay nach Argentinien geht wie geschmiert über die Bühne und nach einer knappen halben Stunde sind wir im Land. Als erstes sehen wir das Schild, dass die Malvinas (Falkland Inseln) zu Argentinien gehören. Tja, ob da die Engländer damit einverstanden sind ?
Lustig wird es, als wir auf der Autobahn Richtung Buenos Aires unterwegs sind und an die erste Zahlstelle kommen. Wir haben noch keine argentinischen Pesos gewechselt und uruguayanische werden nicht akzeptiert. Der Kassier seufzt nur und lässt uns durchfahren, Glück gehabt. Bei der zweiten Zahlstelle helfen uns ein paar Motorradfahrer mit zwei Pesos aus und wir übernachten erst einmal vor den Toren von Buenos Aires an einer Tankstelle.
Am folgenden Tag, fahren wir, wie bei allen grossen Städten, zuerst mal zum Yachthafen, um die Schlafmöglichkeiten auszuloten und haben wieder mal Glück. Der Parkplatz vom Yachthafen ist bewacht und übernachten möglich.
Weiter geht es auf die Suche nach einer Landrovergarage um den 120'000km Service durchzuführen, womit schon mal die Aktivitäten für die nächsten drei Tage umrissen wären. Petr schaut dem Mechaniker auf die Finger, dass er alles richtig auseinander und dann wieder richtig zusammenbaut und Esther sitzt im Büro, schreibt am Tagebuch und liest. Doch dazwischen machen wir auf aussergewöhnliche Art, sehr nette Bekanntschaften:
Die Nacht vor dem Service übernachten wir in einem kleinen Hafen, nahe bei der Werkstatt und kurz darauf kommt Justo, der Besitzer der nahegelegenen Kneipe vorbei und wir kommen ins Gespräch. Kurzum lädt er uns ein und bei einigen Gläschen Wein und Whisky erfahren wir einiges über das Land, die Wirtschaftskrise, Regierung und so weiter und so fort. Am nächsten Abend entschliessen wir uns zum 15 km ausserhalb der Stadt liegenden Camping zu fahren, um mal wieder warm duschen zu können. Wegen der Rushhour brauchen wir für die Strecke fast eineinhalb Stunden. Es ist am Eindunkeln, die Gegend nicht mehr die Beste und die Passanten haben keine Ahnung von einem Camping. Als wir die Polizei fragen, die von einem Camping ebenfalls noch nie was gehört hat, kommt ein Passant hinzu und fragt uns was wir denn suchen. Wir erklären ihm unser Anliegen und er meint, dass der Camping in einem ziemlich gefährlichen Quartier liege, doch wir könnten bei ihm übernachten. Glücklich nehmen wir das Angebot an und beim Nachtessen erfahren wir von Roberto mehr über die politische und ökonomische Situation. Da seine Gattin Lehrerin ist, können wir Tags darauf ihrer Schule einen Schulbesuch abstatten, was natürlich sehr interessant ist. Die Schule ist in einem eher ärmeren Quartier und mit Erstaunen erfahren wir, mit wieviel persönlichem Einsatz die Lehrerschaft unterrichtet und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hat. So stellt die Regierung fast kein Geld zur Verfügung und die Lehrer müssen Lehrmittel selber erfinden, Papier für Kopien organisieren, etc. Die Eltern haben kein Geld um den Kindern Bücher, Stifte oder sogar Papier zu kaufen und häufig kommen die Schüler ohne Frühstück zur Schule und schlafen dann während des Unterrichts ein.
Nach diesem Exkurs geht es wieder zurück an den Landy und zum Mittagessen werden wir von Justo, dem Kneipenbesitzer, zu einem köstlichen Assado eingeladen.
Am letzten Tag des Service werden wir von Augusto, einem Werbefilmregisseur, der seinen Landy auch in der Werkstatt hat, zum samstäglichen Assado eingeladen.
Dachten wir, dass die Gastfreundschaft der Brasilianer nicht mehr zu überbieten sei, werden wir hier eines Besseren belehrt.
Nachdem unser Landy aus der Werkstatt raus ist, können wir uns endlich dem Sigthseeing widmen.
Buenos Aires gefällt uns auf Anhieb und man hat das Gefühl in Rom oder Paris zu sein. Es hat breite Avenidas, die von wunderschönen Belle Epoche Häusern gesäumt sind, unzählige kleine Cafés und Restaurants, die Tag und Nacht gut besetzt sind, zwei lebendige Einkauf- und Kinostrassen, die nur Fussgängern vorbehalten sind und überall schöne Läden, mit geschmackvoll gestalteten Auslagen. Im alten Hafen ist ein neues chices Stadtviertel entstanden, das mit seinen exklusiven Restaurants und seiner tollen Sicht auf die Skyline Einheimische wie Touristen anlockt.
Am Sonntag können wir im Yachthafen einen Blick auf die Segelyachten der GlobalChallenge2004 Regatta werfen. Bei dieser Regatta, die mit 12 identischen Booten durchgeführt wird, können sich Landratten, die keine Ahnung vom Segeln haben, aber Regattaluft schnuppern wollen für 60'000 CHF einkaufen und können in 10 Monaten, rund um die Welt fahren. Dies hat nichts mit gemütlicher Dümpelei zu tun, sondern harte Arbeit und Plackerei ist angesagt und mit den anderen 17 Teilnehmern auf engstem Raum auszukommen erfordert auch einiges. Da sind wir doch froh, dass wir zu zweit unser Tempo selber einteilen können und ein bisschen mehr an Privatsphäre haben.
So schlendern wir weiter durch den Stadteil San Telmo mit seinen wunderschönen alten Häusern und lassen das Getümmel, die Livemusik und den Tango, der auf den Strassen getanzt wird, auf uns wirken.
Tags darauf besuchen wir die Oper, besichtigen den riesigen Friedhof und latschen durch das noble Quartier Recoletta mit Armani, Gucci und anderen schicken Läden.
Am Dienstag wollen wir die Stadt verlassen, doch wir müssen nochmals die Bremsen entlüften lassen, eine gute Karte Argetiniens kaufen und treffen uns noch zum Mittagessen mit Gabriel, den wir in Rio de Janeiro getroffen haben. Somit ist der Tag gelaufen, wir fahren in den Hafen zurück, parkieren dort, spazieren noch ein wenig in der Stadt herum und am Abend können wir uns für zwei Fränkli zwei Kinofilme reinziehen. Selbst um Mitternacht, als wir wieder zum Hafen zurücklaufen, hat es noch Menschen, die herumflanieren oder noch in den Cafés herumsitzen. Etwas, was wir in den anderen lateinamerikanischen Städten bisher noch nie erlebt haben und wir sehr geniessen.
Die zehn Tage in Buenos Aires sind wie im Nu vergangen und es hat uns super gefallen, hasta luego !!!
 

Ab nach Buenos Aires
Auf der Avenida 9.Julio, mit 120 Metern und über16 Spuren, die breiteste Strasse der Welt.

Man muss sich ganz schön sputen um in einer Grünphase über die Strasse rüberzukommen

Das Moderne B.A.
By night
In San Telmo am Sonntag
B.A und seine schönen alten Gebäude
Was wäre Buenos Aires ohne Tango ?
Bei Roberto und Anna.
Schulbesuch
Boote der Global Challenge 2004
Bei Augusto, Paula und Familie und einer typisch argentinischen Feuerstelle
Im ehemaligen Hafen
Unser Mech Leo am werken
Bei Justo und Jorge
In La Boca, einem Hafenviertel das heute als Tourifalle bekannt ist.
Die Häuser wurden ursprünglich aus alten Wrackteilen zusammengebastelt.
Eine Spezialität von B.A. sind die Hundeausführer, die Muttis Lieblinge ausführen. Dementsprechend sehen die Trottoirs aus.
Wir kosten die lokalen Spezialitäten:
Pizza und Mate.
Mate wird in Uruguay, Paraguay und Argentinien getrunken und es ist ein Kraut, das mit heissem Wasser aufgegossen wird und mit einem Trinkröhrchen geschlürft wird.
Uns ist das Zeug zu bitter, doch mit genug Zucker versetzt ist es einigermassen geniessbar.
Ungewohnt ist, dass viele Menschen mit der eigenen Thermoskanne unter dem Arm und dem Trinkgefäss in der Hand herumlaufen
Im Friedhof Recoleta.
In den Familiengruften stapeln sich die Särge über Generationen hinweg


Auf dem Dach des Sheraton Hotels geniessen wir die abendliche Aussicht über Buenos Aires
Hier hat wohl jemand die Nase voll gehabt von den schleichenden Taxifahrern. Um ja keinen Kunden zu verpassen, schleichen die Typen im Schritttempo durch die Stadt und blockieren den gesamten Verkehr
Unser Schlafplatz im Yachthafen
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