54. REISEBERICHT:  24.11. - 7.12.2004

Von Buenos Aires zur Peninsula Valdes

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Nachdem wir endlich aus Buenos Aires rausgekommen sind, machen wir Halt in Azul, wo uns Matias, ein Motorradfahrer, dem wir im Juli auf der Strasse in Venezuela begegnet sind, zu sich nach Hause einlädt. Es gibt ein Willkommensasado und natürlich viel zu erzählen, ist er doch von Argentinien in nur fünf Monaten an die kanadische Grenze rauf gerotzt.
Von hier geht es weiter auf die Farm seiner Eltern, wo wir ins richtige argentinische Rancherleben eingeweiht werden. Die Farm ist 5500 Hektar gross, es weiden an die 6'000 Rindviecher herum und wir machen uns mit Matias auf, um alles zu kontrollieren. Esther sitzt bei Matias auf den Quad und Petr kann endlich mal wieder auf ein Motorrad sitzen und kriegt eine XR400 verpasst. Yepeeee, los geht's. Über Hügel rauf und runter geht es, der Zaun wird kontrolliert und Mati schaut ob alle Viecher genug zum Fressen haben. Es ist schon ein unglaubliches Gefühl, als wir nach einigen strapaziösen Wasserdurchfahrten und Schräghangpassagen auf einer Anhöhe sitzen und uns Matias mit weit ausgestrecktem Zeigefinger die Hügelkette am Horizont zeigt, wo seine Ranch endet. Hügel, Gras, Rinder und dazwischen keine Menschenseele. Dies kann sich ein Mitteleuropäer gar nicht vorstellen, dass so viel Land weder bebaut noch kultiviert wird. Wir bleiben einige Tage, geniessen die Gastfreundschaft und ziehen weiter zur Peninsula Valdes, wo gerade Walbeobachtungssaison endet.
Die Strecke dahin ist schon mal ein Vorgeschmack darauf, was uns auf dem Weg nach Feuerland noch erwarten soll. Schnurgerade Strasse durch topfebenes Gelände ohne Abwechslung und Highlights.
Wir kommen in Puerto Madryn an, dem Ausgangspunkt zur Peninsula Valdes und lernen hier Inge und Guy aus Belgien kennen, die mit ihrem 84'er Toyota Landcruiser in Südamerika unterwegs sind. Die beiden sind ausserdem auch angefressene Biker und Motorradfahrer und so ergibt sich schnell mal eine gute Gesprächbasis.
Das Wetter ist endlich mal wieder sonnig und warm und wir müssen unsere schon tief in der Kleiderkiste eingemotteten Shorts hervorkramen.
Tags darauf fahren wir zur Halbinsel raus, lassen uns in Porto Pyramides im Camping nieder und gehen Infos holen über die verschiedensten Walbeobachtungstouren.
Hier ein paar Informationen zu den Walen: Die hier in der Bucht anzufindenden Bartenwale kommen zur Paarungszeit hierhin und gebären ihre Jungen hier. Sie werden bis zu 16 Meter lang, bis zu 30 Tonnen schwer und ernähren sich nur von Plankton. Mitte Dezember ziehen die Wale dann weiter.
Nachdem wir genug wissen, entschliessen wir uns für die zwar teurere, aber dafür doppelt so lange Sunsettour. Um 18:00 sind wir im Büro der Gesellschaft, kriegen eine fesche, orange Schwimmweste verpasst und zotteln mit den anderen 20 Touris zum Boot. Dies ist wohlgemerkt eine der kleineren Touren. Die anderen Anbieter gurken mit 50-70 plätzigen Booten zu den Walen raus. Dadurch, dass wir ein kleines und schnelles Boot haben, können wir weiter raus fahren, wo sich die Wale normalerweise zum Ende der Saison ansammeln. Um diese Jahreszeit sind die Walkühe mit ihren Jungen in der Bucht unterwegs und bereiten sie auf den weiten Weg nach Südafrika vor. Nach zwanzig Minuten sehen wir das erste Mal eine Bartenwalmutter mit ihrem "Kleinen". Der Bootsführer stellt den Motor ab und wir können zuschauen, wie die Mutter mit ihrem Kleinen herumdümpelt. Am Horizont sehen wir immer wieder die typischen Ausblasnebel der Wale und fahren weiter zur nächsten Gruppe. Hier sehen wir eine Mutter mit einem Albinojungen und eine weitere liebkost ihr Kleines auf dem Rücken liegend. Weiter geht es zum Rand der Bucht, wo wir eine Walkuh antreffen, die sehr neugierig ist und sich hautnah ans Boot rantraut. Immer wieder hebt sie den riesigen Kopf aus dem Wasser und versucht uns zu beäugen. Petr kann das neu erstandene Unterwassergehäuse ausprobieren und schiesst vom Boot aus einige Unterwasseraufnahmen. Der Blitz scheint der Walmutter zu gefallen und immer wieder kommt sie ganz nah ran, um herauszufinden was denn da wohl los ist. Sie ist so nah, dass wir den nach Fisch stinkenden Atem mitten ins Gesicht kriegen. Was für ein Erlebnis !!!
Wir werfen wieder den Motor an und sichten eine Mutter, die ihrem Kleinen das Klatschen mit der Schwanzflosse aufs Wasser beibringt. Zuerst patscht die Mutter aufs Wasser und dann das Kleine, so richtig süss, denen beim Unterricht zuzuschauen. Als absoluten Höhepunkt können wir einer Walmutter zuschauen, wie sie mit ihrem Kleinen aus dem Wasser springt. Das Kleine wird so übermütig, dass es nur einige Meter von uns entfernt aus dem Wasser schiesst und neben uns ins Wasser klatscht, ein eindrückliches Erlebnis! Wir geniessen den Sonnenuntergang auf dem Boot und düsen zurück.
Am folgenden Tag ist wieder mal Arbeit angesagt, der Autoradio muss mal wieder entstaubt, das Auto geputzt und das Zelt wieder einmal imprägniert werden. Da es hier in Südamerika die Imprägnierungsmittel nur in kleinen Spraydosen gibt, versuchen wir das Rezept, das uns ein Mitarbeiter in einem Campingladen in Buenos Aires gibt. Wir lösen Wachs im Wasserbad auf, verdünnen das ganze mit Terpentin und streichen die Lösung aufs Zelt. Das ganze ist ne ziemlich stinkige Sache, doch das Rezept scheint zu funktionieren, Wasser perlt wieder wunderbar ab. Weitere Infos werden folgen, ob das Zelt nun wirklich wasserdicht ist.
Nachdem die Pflicht erfüllt ist, düsen wir noch zu den Seeelefanten und den Seelöwen nach Punta Norte. Dort kann man im Januar auch das seltene Schauspiel erleben, wie sich Orcas an den Strand spülen lassen um ein Seelöwenjungen zu schnappen und dann wieder in den Fluten zu versinken. Diese Fähigkeit zu jagen, haben nur die etwa 30 Orcas, die hier in Nordpatagonien herumziehen.
Zurück geht es an die Punta Pardelas, wo wir wild campen können und die Wale am Morgen früh schon aus dem Dachzelt heraus beobachten können. In der Bucht tummeln sich einige Walmütter mit ihrem Jungen und da entschliesst sich Petr wieder mal unser Schlauchboot auszupacken und wieder auf Walbeobachtungstour zu gehen. Er paddelt ganz nah an eine Walmutter mit Jungen ran, doch die scheinen sich ziemlich wenig für ein kleines Schlauchboot zu interessieren. Erst als ein grosses Boot herankommt, werden die beiden neugierig und beginnen das grosse Boot zu beäugen und Petr sitzt keine 10 Meter davon entfernt in seinem kleinem gelben Böötli.
Nach einer Woche Valdes haben wir noch einen Abstecher nach Punta Loma um die grosse Seelöwenkolonie anzuschauen und verlassen morgen Puerto Madryn Richtung Süden.
Ushuaia, wir kommen !!!
 

Wiedersehen mit Gabriel
Asado im Posto de Viajero in Azul.

Ein Muss für alle Reisenden die hier durchkommen

Der moderne Cowboy unterwegs
Mati mit Esther unterwegs
Los geht's
Mit Matias auf nächtlicher Fuchsjagd.

Thanks a lot !!!

Zwei Tage lang durch diese Landschaft können ganz schön zermürben
Jaaaaa, jetzt gibt's schon mehr Action !!!
Zusammen mit Inge und Guy aus Belgien in Puerto Madryn
Abendstimmung am Strand von Puerto Piramides
Arbeit ist angesagt. Das Zelt muss neu imprägniert werden
Ab geht's zum Wale glotzen
 
Wir sehen die erste Walflosse aus der Ferne und aus der Nähe
Hier kommt schon ein Wal angeschwommen um uns mal genauer anzuschauen
So nah ist der Junge bei uns vorbeigesprungen
Und hier mal eine andere Perspektive, blubb, blubb
 

 

Hier noch zwei kleine Videos:
Wale tauchen ab

Wal plappert

And now something completely different:

Seeelefanten an der Punta Delgada

Ach, ist das ein hartes Leben !!! Die ganze Zeit faulenzen
Ein kleiner zutraulicher Armadillo (Gürteltier) spaziert auf dem Parkplatz herum
Wal in Sicht !!!
El Capitano geht auf "Waljagd"
Hmm, der ist verdammt gross, so aus der Nähe !
Hier lacht sich der Wal krumm als er Petr's Schlauchboot sieht
Alle wollen Wale anschauen
Und hier einige Seelöwen an der Punta Lomo
   
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