57. REISEBERICHT:   31.1. - 15.2.2005

Rund um Bariloche

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Jaaaaaa, wir lassen uns überraschen, waren die letzten Worte im Reisebericht 56 und die Überraschung ist voll gelungen.
Zur Rekapitulation: Am Donnerstag der esten Woche (20.1.), hat uns der Garagenbestzer Madero zugesichert, dass wir bis am Mittwoch wieder fahrbereit sein werden.
Erst am Dienstag (25.1.) war das Getriebe komplett auseinandergebaut und wir konnten sehen, dass das Ausgangslager des Getriebeausgangs arg mitgenommen aussah. So entschieden wir uns zur Sicherheit alle Lager ersetzen zu lassen. Daraufhin begann Madero die Teile in Bariloche zusammenzusuchen und am Mittwoch musste er zugegeben, dass die Teile hier in Bariloche, trotz seiner grossspurigen Zusagen, nicht erhältlich sind und er sie aus Buenos Aires kommen lassen muss, doch die kämen innerhalb von 18 Stunden an, kein Problem und wir sollen uns keine Sorgen machen.
Nun ja, die Teile wurden bestellt und sollten am Donnerstag da sein. Wir fahren am Nachmittag in die Werkstatt, nix ist angekommen und wir fahren wieder zurück in den Camping. (Erste Woche Bariloche ist um !) Am Freitag sind die Teile auch nicht angekommen und wir hängen in der Stadt herum, tippseln mails und den letzten Reisebericht.
Am Montag sind schliesslich die Teile angekommen, doch nicht komplett und wir müssen uns abreagieren und radeln auf den herumliegenden Bergen herum. Am Dienstag sind die Teile immer noch nicht da und wir kehren frustriert in den Camping zurück. Dort ist es nachts verdammt kalt und es macht gar nicht richtig Freude draussen zu kochen und zu essen, da einem alles einfriert sobald die wärmende Sonne weg ist und das Thermoter auf 5-8°C sinkt.
Am Mittwoch sind die Teile endlich alle angekommen und der Zusammenbau kann beginnen. Ich muss den Mechanikern immer wieder auf die Finger schauen, damit sie das Getriebe auch richtig zusammenbauen, doch wie soll man die guten Männer davon abhalten, die Simmerringe mit dem Hammer reinzudonnern, wenn sie kein Spezialwerkzeug haben und sie es immer so machen? Ist dies wohl der Grund, wieso alle Fahrzeuge immer Öllachen hinterlassen?
Da aber noch andere Fahrzeuge in der Werkstatt auch auf den Zusammenbau warten und das richtige Getriebeöl noch nicht aus Buenos Aires angekommen ist, verzögert sich der Zusammenbau wieder mal und wir sind schon zwei Wochen in Bariloche.
Am Wochenende radeln wir wieder mal in den Bergen herum, feiern unser zweieinhalbjähriges Reisejubiläum mit einem feinen Hirschpfeffer und Bachforelle und gehen danach noch ins Kino.
Am Montag konnte das Getriebe, nach läppischen zweieinhalb Wochen eingebaut werden und unser Landy war endlich wieder fahrbereit, yeppeeeeehhhhh!!!!! Doch als uns Madero die Rechnung präsentiert, staunen wir nicht schlecht, da es sich nur um einen handgeschriebenen Zettel handelt, keine Details über die Ersatzteilpreise und durchgeführten Tätigkeiten ersichtlich sind und Kosten aufgeführt sind, die im Kostenvoranschlag nicht eingerechnet waren.. Nach einigem hin und her weigern wir uns den Betrag zu bezahlen und beginnen unsere Fahrräder aufs Dach zu packen. Daraufhin wird er sauer, parkiert mit seinem Auto hinter unser, damit wir nicht abfahren können, was wir ja eigentlich nicht vorhaben und ruft die Polizei. Während ich mit Madero im Streifenwagen auf den Polizeiposten gekarrt werde, beschützt Esther unseren Landy. Auf der Polizeistation erkläre ich dem diensthabenden Polizisten die Situation, er hört verstandnisvoll zu und meint, dass wir den Betrag zu zahlen haben, wenn wir unserem Landy abfahren wollten, doch dass Madero eine genaue Rechnung auszufüllen habe.
Wir willigen ein, zahlen und können endlich mit unserem Landy davonfahren. Am nächsten Tag holen wir uns bei ihm seine handgekritzelte Rechnung ab und starten zur Probefahrt, um zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist. Nach einigen Stunden kommt die Ernüchterung: Der Simmerring leckt, die Differentialsperre rastet nicht sauber ein und wir können immer noch ein feines Sirren aus dem Getriebe vernehmen.
Zurück in der Werkstatt meint Madero, er würde die Simmeringe sofort bestellen und wir sollen noch mit dem Auto herumfahren, um andere allfällige Fehler zu entdecken. So machen wir uns zum Monte Tronador auf und wandern zum Refugio Otto Meiling.. Dort haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Berge und kraxeln am nächsten Tag noch ein paar Stunden mit Steigeisen und Pickel auf dem Gletscher herum. Am Montag (14.2.) kommen wir zurück in die Werkstatt und Madero meint, das Tropfen sei ja nicht tragisch, die Sperre hätte vorher auch nicht besser funktioniert, das Sirren komme vom Auspuff und er würde gar nichts unternehmen. Aha, so funktioniert das mit der Garantie hier in Bariloche.
Wir gehen zur Polizei und erkundigen uns, was wir unternehmen können.Dort verweisen sie uns auf den lokalen Konsumentenschutz, wo uns der nette Beamte Hoffnung macht, dass man da durchaus was unternehmen könne. Wir schreiben einen Beschwerdebrief auf spanisch (Autokorrektur von Word sei dank!) und geben ihn ab. In zwei bis drei Wochen können wir wieder zurückkommen und schauen was sich ergeben hat.
Dies passt uns eigentlich ganz gut, fahren wir jetzt rüber nach Chile, werden dort die Seenregion um Puerto Montt anschauen und fahren dann wieder nach Bariloche und lassen uns mal wieder überraschen, was sich in der Zwischenzeit getan hat.

Jaja, Reisen macht Spass!
 

Auf dem Cerro Otto oberhalb von Bariloche
Geschafft, Aussicht von der Piedra de Habsgurgo
Die andere Biketour führt uns hoch über Villa Cathedral in die Berge
Der Aufstieg hat es in sich ...
...doch dafür macht die Abfahrt umso mehr Spass
Doch am schönsten ist es, am Strand zu Faulenzen ;)
Unterwegs auf dem Circuito Chico
Kerstin und Rainer, mit Defender in Südamerika unterwegs
Endlich sind wir wieder mobil und kraxeln auf den Cerro Lopez rauf

Hoch über Bariloche geniessen wir die Abendstimmung vom Refugio Cerro Lopez aus

Unterwegs zum Monte Tronador
Am Ventisquero Negro
Bereit zum Abmarsch zum Refugio Otto Meiling
Nach dreieinhalb Stunden Aufstieg haben wir es geschafft...
...und als Belohnung gibt es Rösti mit Geschnetzeltem
Abendstimmung vom Refugio aus
Unterwegs auf dem Gletscher
Wunderschöne Aussicht über die Anden
Zu unserer Überraschung schweben zehn Kondore lautlos über unsere Köpfe hinweg.
Wir können sie über zehn Minuten lang beobachten, bevor sie ins nächste Tal rübersegeln
Letzter Blick auf den Tronador
Bei Carmen und Lino in ihrem wunderschönen B&B Piccolo Paradiso
   
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