67. REISEBERICHT:   24.8. - 25.9.2005

Von Mancora durch die Berge nach Quito und dann weiter durch den Dschungel und der Küste entlang nach Guayaquil

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Es war gar nicht so einfach sich von Mancora zu lösen, doch Ecuador soll ja auch schöne Strände haben und so machen wir uns auf Richtung Ecuadorianische Grenze. Das Abstempeln in Peru geht problemlos, doch in Ecuador ist die Bürokratie schon ein wenige höher entwickelt. Da wir ohne Carnet einreisen wollen, müssen wir zuerst eine notarielle Beglaubigung haben, dass der Landrover unser ist und dass wir ihn wieder ausführen werden, dafür blechen wir 12US$ hin (ja, Ecuador hat seit ein paar Jahren den US$ als Nationalwährung), dann geht es zum Zoll, der leider Mittagspause hat, dort kriegen wir nochmal eine Bescheinigung und dann dürfen wir für drei Monate hier zirkulieren. Hat zwar länger gedauert als an den anderen Südamerikanischen Grenzen, doch auch hier ohne grosse Probleme.
Zuerst einmal geht es in die Berge nach Lojas. Nach der trockenen und flachen peruanischen Wüste sind die grünen, bewaldeten Hügel und die saftigen Wiesen auf denen Kühe und Pferde weiden, eine richtige Augenweide. Doch dafür hat das Wetter von Sonnenschein auf Wolken und Regen umgestellt. Lojas haben wir schnell abgehakt und machen uns durchs Valle de los Volcanos auf nach Norden. Nach ein paar Kilometern erspähen wir das Büssli von Evy und Michi das sich den Berg hochschnauft. Wir halten, wie es sich für Südamerika gehört, mitten auf der Strasse an und freuen uns über dieses überraschende Wiedersehen.
Weiter geht es gemeinsam nach Cuenca, das uns mit seiner tollen kolonialen Altstadt begeistert. Am nächsten Tag besuchen wir in Chordeleg den schönen lokalen Sonntagsmarkt und schon geht es weiter nach Rio Bamba, von wo aus wir eine tolle Aussicht auf den 6310 Meter hohen Chimborazo haben. Mich juckt es noch in den Füssen, da wir ja noch einigermassen höhenaklimatisiert sind, den mit 5'897 Metern höchsten aktiven Vulkan der Erde, den Cotopaxi zu besteigen.
In Latacunga klappern wir ein paar Büros ab um uns über die Preise, Wetter, Bedingungen etc. zu informieren. Esther ist mal wieder mässig begeistert, da auch das Wetter nicht allzu toll ausschaut und uns auch niemand eine einigermassen gescheite Prognose liefern kann. Und so hadern wir herum, ob ja oder nein, oder doch ja, und so weiter und so fort und entscheiden uns dann letztendlich doch einen Führer anzuheuern und den Aufstieg zu wagen. Um 13:00 laden wir, Fernando unseren Führer auf und fahren zu dritt in den Cotopaxi Nationalpark. Dort tuggen wir 20$ für uns, 2$ für den Führer und fahren bis auf 4'600 Meter, wo der Parkplatz ist. Von dort begleiten wir noch Fernando zwecks Höhenanpassung zum Refugio und danach geht es zum üppigen Nachtessen zurück ins Auto.
Um Mitternacht ist Tagwache angesagt. Frühstück, alles zusammenpacken, Taschenlampe auf die Birne und los geht's. Das Wetter ist uns hold, fast keine Wolken und die Sterne leuchten uns nur so. Herrlich !!! Nach einer knappen dreiviertel Stunde sind wir beim Refugio und sehen erst jetzt den Andrang der für den schmalen Weg herrscht. Etwa sieben andere Seilschaften sind schon vor uns und wir sehen deren Lichter hoch über uns im Hang leuchten. Anfangs geht es über eine Geröllhalde bis wir zum Gletscher kommen, wo wir Steigeisen anziehen, uns anseilen und dann geht es richtig los. In steilem Gelande (25-35°) geht es über zerklüftetes Eis nach oben. Ab und zu ein Zwischenspurt, um die anderen Seilschaften zu überholen, dann wieder Verschnaufen und Batterien in der Taschenlampe wechseln. Es geht immer weiter steil rauf, eine Entspannung ist  nicht absehbar. Es ist eine ziemliche Schinderei und nicht vergleichbar mit der herrlichen Besteigung des Pisco's in Peru. Jeder Höhenmeter will erkämpft werden. Auch gilt es einige technisch anspruchsvolle Passagen, wie das Überspringen, oder Überklettern von Gletscherspalten zu meistern. Zu unserem Erstaunen müssen nur zwei Personen der anderen Seilschaften umkehren, alle anderen meistern den Gipfel.  So auch wir!!! Sechseinhalb Stunden später haben wir es geschafft und können die Aussicht geniessen und einen Blick in den Vulkankrater werfen. Wir bleiben fast eine Stunde oben, picknicken gemütlich, geniessen die Ruhe hier oben und machen uns dann auf den Rückweg.
Der Abstieg geht bedeutend einfacher, doch wir müssen höllisch aufpassen, dass wir in dem schmalen, ausgetrampelten Eispfad, nicht mit den Steigeisen irgendwo einhängen und uns kopfvoran den Hang runterstürzen. Um 12:00 sind wir beim Auto und wieder einmal froh, dass wir es geschafft haben und uns nichts passiert ist. Wir laden unseren Bergführer in Latacunga aus und fahren schon ziemlich müde nach Quito, wo wir das erste Mal auf unserer Reise vorhaben, uns ein Hotelzimmer zu gönnen. Es ist Rushhour als wir in Quito ankommen, die Hotels haben entweder keinen Parkplatz, oder wir passen mit den Fahrrädern auf dem Dach nicht rein, doch nach einer guten Stunde Sucherei finden wir ein passendes Hotel, checken ein, nehmen eine heisse Dusche, stürzen uns ins Bett und ... schauen fern ;)
Am nächsten Morgen geht die Herumrennerei für Galapagos, Verschiffung und Flüge nach Neuseeland, die uns die nächsten paar Tage voll auf Trab halten soll, so richtig los. Am Wochenende machen wir zur Auflockerung einen Ausflug an den herrlichen Markt von Otavalo. Tausende von Ständen werden aufgebaut, Zehntausende von Einheimischen in ihren typischen Trachten bummeln durch die Gassen und wir geniessen es uns in diesem Gewimmel herumzutümmeln. Zum Mittagessen gibt es leckeres Spanferkel mit Kartoffelpuffern, danach können wir noch einer Volkstanzshow mit Tanzgruppen aus ganz Südamerika beiwohnen und am Nachmittag fahren wir hoch zur wunderschönen Laguna Mojada.
Zurück geht es nach Quito, wo wir im Park dem bunten Sonntagstreiben zuschauen und als wir zurückkommen, haben wir einen Zettel von Evy und Michi im Auto, dass sie einen guten Parkplatz gefunden hätten, also nix wie hin. Bei einem Gläschen Wein werden die aktuellsten Erlebnisse und vieles mehr beplaudert.
Am Montag klappern wir einige Galapagos-Agenturen ab und müssen feststellen, dass die Auswahl an Reisedaten und erschwinglichen Schiffen ziemlich eingeschränkt ist. Daneben gilt es noch aufzupassen, dass man nicht auf einem lecken Seelenverkäufer untergebracht wird, der zwar super günstig ist, doch leider, leider in Wartung ist und man dann Tagesausflüge machen muss, jaaaaa, solche Stories gibt es zuhauf !!! Zu guter Letzt finden wir ein günstiges Angebot auf der Poseidon, ein 16 Meter kleines Schiffle mit insgesamt 10 Passagieren. Wir hoffen nur, dass es nicht zu viel Wellen hat, denn sonst hängen wir dann eher an der Reeling herum oder kotzen den Blaufusstölpeln die Füsse braun.
Zur Verschiffung: Nachdem uns bei Maersk in Quito niemand so recht weiterhelfen konnte oder wollte und man uns nach Guayaquil weiterverwiesen hatte, kommen wir dort an eine kompetente Ansprechsperson ran und kriegen dort ein gutes Angebot und auch schon eine Reservationsbestätigung. Somit steht der Reservation der Flüge nach Neuseeland nichts mehr im Wege. Von Santiago her wissen wir, dass LAN Chile Flüge nach Neuseeland mit Zwischenstop auf der Osterinsel und Tahiti ohne Aufpreis hat. Doch in Quito sind diese Flüge partout nicht auffindbar. Nach einigem Hin und Her stellt sich heraus, dass im Reservationssystem ein Fehler drin ist und daher diese Flüge nicht erscheinen. Nach weiteren Abklärungen kriegen wir unsere Flüge und können eine Woche auf der Osterinsel und drei Tage in Tahiti abhängen, yepeee!
Endlich können wir uns an die Stadtbesichtigung Quitos machen und sind begeistert: Herrliche koloniale Bauten, schöne Plazas und gemütliche Gässchen laden zum Bummeln ein. Quito hat im Vergleich zu anderen Städten Südamerikas ein konzentriertes Unterhaltungsviertel, wo Bars und Restaurants aneinander gereiht sind und ein stetiges Sehen und Gesehen werden herrscht.
Nachdem wir Quito gesehen und alles erledigt haben, geht es runter in den Dschungel nach Misahualli. Nach einer abwechslungsreichen Fahrt kommen wir am Abend an und können auf der Plaza den Dutzenden von Kapuzineräffchen beim Spielen und Hundeärgern zuschauen. Die Affen sind sehr neugierig, nehmen den Landrover genau unter die Lupe und verwechseln mich mit einem Kletterbaum. Nächstentags fahren wir zum Amazoonico, der von einer Schweizerin geführt wird und als Auffangsstation für elternlose oder verkrüpelte Tiere fungiert. Tiere, bei denen eine Überlebenschance besteht, werden wieder ausgewildert. So viel verschiedene Affen an einem Ort haben wir noch nie gesehen und werden neugierig beäugt und einige wollen auch an uns herumkraxeln, doch das sollte eigentlich vermieden werden, da sie sich nicht zu stark an Menschen gewöhnen dürfen.
Nach diesem tierischen Erlebnis geht es weiter über Baños und die Berge Richtung Küste. Das ist schon unglaublich hier in Ecuador: in einem Tag kann man vom Dschungel über 4000'er Pässe runter ans Meer fahren.
Nach zwei Tagen Fahrt durch Bananen- und andere Plantagen kommen wir in Esmeraldas an, einer Hafenstadt im Norden, die vorwiegend von Schwarzen bevolkert wird, die hier früher als Sklaven gerackert haben. Es bleiben uns noch ein paar Tage, bevor wir in Guayaquil sein müssen und fahren gemütlich der Küste entlang runter. Es hat einige schöne Strände, ein paar schöne Orte, doch das Wetter macht nicht mit, es ist ständig bewölkt und das Thermometer klettert selten über 24°C, es sei eben Winter hier teilt man uns mit. Das hätten wir echt nicht gedacht, dass es auch hier am Äquator so grosse jahreszeitliche Unterschiede gibt. Dabei haben wir uns doch so auf Sonne, Strand und Planschen im Meer gefreut.
Im gemütlich, touristischen Montañita bleiben wir zwei Nächte und geniessen die relaxte Atmosphäre.
Am schönen Strand von Playas, wo der Schweizer Jean-Marie sein schmuckes Hotel Bellavista führt, machen wir auch noch Halt und holen uns, als endlich mal die Sonne hinter den Wolken erscheint, einen feschen Sonnenbrand.
In Guayaquil kommen wir bei Fernando und seiner Familie unter, die wir in Quito kennengelernt haben. Muchas gracias. Hier müssen wir unser ganzes Auto leerräumen und es von oben bis unten peinlichst genau reinigen. Bei der Putzfirma bin ich mittlerweile der suizo locco, der verrückte Schweizer, der unter dem Auto herumkriecht und jede Ritze mit dem Finger auf Dreck absucht, während Esther den ganzen Kleinkram entstaubt, wäscht und neu verpackt. Doch die Neuseeländische Quarantänekontrollie soll ziemlich pingelig sein und wir wollen denen keinen Anlass zum Meckern geben. Die ganze Putzerei dauert fast drei Tage, doch dafür sieht der Landy jetzt aus wie neu.

Tja das war's.

Und so schaut unser nächstes Programm aus:
 

23.9.

Landy geht in den Container

28.9. - 5.10.

Galapagos auf der Poseidon

7.10 - 16.10.

Osterinsel

17.10. - 20.10.

Tahiti

18.10. Landy kommt in Auckland an

20.10.

Unsere Ankunft in Auckland

Bis dann herrscht mal Funkstille von uns und wir melden uns wieder, sobald wir drüben sind.

Hasta luego America del Sur, New Zealand we are coming, yo mate !!!
 

Und schon sind wir in Huaquillas
Über die Berge nach Lojas
In Lojas
Spanferkel zum Ersten
 
Spanferkel zum Zweiten
Am Markt von Chordeleg
Weiter geht's zum Cotopaxi

Rauf geht's auf den Cotopaxi
Und schwups, schon sind wir wieder unten
Das wunderschöne Quito mit seinen Gässchen und prunkvollen Kirchen
Wir kraxeln zum Aussichtspunkt rauf
Quito by night
Das moderne Quito
Bis in die 70'er Jahre wurden Landrover hier in Ecuador hergestellt
Laguna Mojada
Kulinarische Highlights ;)
Impressionen vom Samstagsmarkt in Otavalo
Ja, das sind noch Portionen !!!
Und Spanferkel zum Dritten
Spieglein, Spieglein an der Wand ...
Ab geht's in den Dschungel
Was hier so alles wächst !!!
I glaub mi laust en Aff
Weiter geht es zum Amazoonico
Einfach tierisch
Da ist jemand sehr anhänglich
Essenszeit
Auf dem Weg nach Baños
 
Und über die nächste Cordillera in den Nebel runter nach Quevedo
Bananen- und Papayaplantagen so weit das Auge reicht
Hier wird gerade Zuckerrohr gepresst
In Esmeraldas
Einer der vielen Strände entlang der Küste
Ach, ist das nicht herrlich?
Unterschiedliche Transportformen
Wir queren den Äquator
Wer hätte das geglaubt, dass wir uns bei einer kleinen Strandfahrt einbuddeln würden. Doch nachdem wir den Luftdruck reduziert haben, kamen wir wieder frei
Und wieder Strand. Nicht zu vergleichen mit der Karibik, doch auch ganz schön
Hang Loose in Montañita
Salinas
Bei Fernando, Gisela und ihrer Familie

Herzlichen Dank für die herzliche Gastfreundschaft !!!

Die Putzerei geht los !!!
Vorher

 

 

 

 

 

Nachher

Ready für den Zoll
Und schon wieder heisst es:

Spieglein, Spieglein an der Wand

   
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