71. REISEBERICHT:   20.10. - 29.11.2005

Von Auckland nach Wanaka

Neuseeland Gesamtübersicht:

Diese Etappe:


Zu den Fotos

Uiuiuiuiui, wie die Zeit vergeht, wir sind schon mehr als einen Monat hier in Neuseeland und haben noch nichts von uns hören lassen. Doch bei dieser geballten Ladung an Touristenattraktionen die hier locken, ist es gar nicht so einfach Zeit zum Tippseln zu finden.

Die ersten zwei Wochen in Auckland konnten wir bei meiner Cousine Zuzana und ihrem Freund Colin wohnen und haben die Zeit vornehmlich damit verbracht, allem möglichen nachzurennen und zu organisieren. Thanks a lot Zuzo and Colin !!!

Den Landy haben wir problemlos aus dem Container gebracht und auch die Quarantänekontrolle ging schnell vor sich: Blick ins Auto rein, Blick unter die Motorhaube, Landy auf die Rampe, unten rein leuchten, das wars. Wir mussten nichts rausnehmen und drinnen haben die nur unter die Fussmatten geschaut. Alle waren freundlich, kompetent und innert ein paar Stunden waren wir raus aus dem Hafen. Doch danach mussten wir den Landy noch offiziell in Neuseeland anmelden. Eigentlich auch kein Problem, es gibt unzählige Garagen bei denen man die Anmeldung vollziehen kann. Dabei wird auch eine technische Prüfung abgenommen und da hat der indischen Beamte (es hat Abertausende von Indern und Chinesen in Auckland !!!) die paar kleinen Risse in der Windschutzscheibe und die leuchtende ABS-Warnleuchte beanstandet. Alles geduldige Überreden, dass es keinen Sinn mache, die Scheibe zu wechseln, da sie in Australien eh wieder zerdeppert wird, half nichts. Er blieb stur und wir wurden sauer, was auch nicht weiterhalf.
Danach galt es unseren, seit mehr als einem halben Jahr defekten Kühlschrank wieder auf Vordermann zu bringen. Nun ja, ein neuer Kompressor hätte lockere 800 Fränkli aus der Reisekasse gerissen und der Kühlschrank komplett hat neu weniger gekostet. So habe ich den Kompressor noch einmal genau unter die Lupe genommen und dann nach langer Suche herausgefunden, dass zwei Anschlüsse am Motor unterbrochen waren. Anschlüsse fixiert, alles mit Araldit vibrationssicher verpappt und jetzt galt es nur noch jemanden zu finden, der den Kompressor wieder zusammenschweisst und wieder in den Kühlschrank einbaut. Nun, nach fast zwei Tagen des Herumtelefoniers und Herumfahrens fanden wir jemanden, der den Kompressor wieder zusammenschweissen konnte und einen Tag später, noch einen anderen Spezi, der das Ding wieder einbauen und füllen konnte. Und siehe da, das Ding läuft wieder und wir können wieder den Weisswein kalt stellen.
Daneben musste der Landy noch in die Werkstatt, um die leckende Servolenkung (die schon einmal in Bariloche repariert und offensichtlich verpfuscht wurde) zu revidieren, den tropfenden Kupplungspedalzylinder zu ersetzen und noch ein paar andere Sachen erledigen. Einige Teile kriegten wir günstiger, da Bruce, der Garagist Freude an unserer Reise hatte und den Preis drücken konnte. Eine neue Windschutzscheibe kriegten wir dann von Fiona, einer Kollegin Zuzas gesponsort, die bei einem Glasspezialisten arbeitet. Absolut super. So kamen wir dann beim zweiten Anlauf problemlos durch die technische Prüfung, wobei der Beamte, die Linkslenkung nicht gewohnt, mit unserem Landy fast in den Schacht runtergedonnert ist. Daneben mussten wir noch Anfragen starten für das Australische Visum und die Verschiffung dorthin, einen neuen Pass beantragen, da er bald abläuft, Homepage aktualisieren, Tagebuch nachführen und, und, und, ... . Nein, es wurde uns gar nicht langweilig !
Aber keine Sorge, dazwischen haben wir es aber doch noch geschafft, Auckland anzusehen. Zuza und Colin fungierten als excellente Stadtführer und haben uns auch in die von Touris weniger besuchten Ecken geführt. Die Stadt ist modern, sauber, hat tolle Bars und Restaurants und ist ein Schmelztigel der verschiedensten Asiatischen und Pazifischen Kulturen. Für Wassersportler ist die Stadt ein Paradies, jeder dritte Aucklander besitzt ein Boot, mit dem er nach Arbeitsschluss oder am Wochende in See sticht.

Nachdem wir zwei Wochen bei Zuza und Colin verbracht haben, wurde es an der Zeit, selbst die Anker zu lichten und Neuseeland zu entdecken.

Von Auckland geht es als erstes nach Südwesten. Durch grüne, hügelige Landschaft, an Tausenden von Schafen vorbei, kommen wir in Raglan an und entdecken schon bald die Tücke, um einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden. An jeder Ausfahrt oder Parkplatz stehen Verbotsschilder, die Campieren verbieten und der Rest des Landes ist eingezäunt. Na, das kann ja noch heiter werden. Doch zu guter Letzt finden wir einen Aussichtspunkt, wo kein Schild sichtbar ist, klappen das Dachzelt auf und geniessen den Sonnenuntergang an der schroffen Küste.
Weiter geht es zu den Waitomo Caves, wo man unter anderem Blackwater Rafting betreiben kann. Mit Neoprenanzug, Grubenlampe und Autoschlauch ausgerüstet, kann man in das ausgedehnte Höhlensystem rein, wo man im unterirdischen Fluss herumplanschen kann. Dazwischen locken Höhlenbesichtigungen aller Art, Mehrtagestouren, und, und, und ... . Das ganze natürlich zu ziemlich gesalzenen Preisen und so begnügen wir uns damit nur die Prospekte und die Werbefilme anzuschauen. Weiter geht es durch schöne Landschaft nach Taupo, wo wir fast schon einen touristischen Kollaps erleiden. Alle paar Kilometer preisen Strassenschilder die unterschiedlichsten Higlights an: Stromschnellen, Geysire und Schlammpools, Bienentour, Vulkancenter, Jetboattouren, Weintouren, Raddampfertouren, Zielgolfen auf eine Plattform im See, Angorahasen schären, und und und und und...... . Wenn wir nach Hause kommen, werden wir Köbis Miststock in Misty Peak umbenennen und Blackwaterschnorchling in der Jauchegrube anbieten.
Als nächstes Highlight fahren wir am Mt. Ruapehu vorbei, einem aktiven Vulkan, der 1995 das letzte Mal die ganze Region eingeäschert hat. Das Infozentrum hat eine tolle Ausstellung zu dem Ereignis und viel Wissenswertes zu den Aktivitäten in der Region: Wandern, Klettern und, und, und, ... .
Vor lauter Highlights brummt uns nur noch der Schädel und zur Entspannung gondeln wir auf dem Heritage Trail durch wunderschön grüne, hügelige Landschaft, an Tausenden von Schafen vorbei, hmmm, hatten wir das nicht schon mal? Fahren am Mount Egmont vorbei, einem wunderschön symmetrisch geformten Vulkan und verbringen wieder mal eine Nacht bei herrlichem Sonnenuntergang an der Küste.
Tags darauf kommen wir schon in Wellington, auch Windy City genannt, an. Jeden Tag bläst es volle Pulle durch die Gassen und man muss ganz schön achtgeben, um nicht von entflogenen Chihuahuas erschlagen zu werden, (nur ein bisschen übertrieben ). Dafür kann sich Frau teure Friseurbesuche ersparen, da der Wind eh alles, ausser radikalen Kurzhaarfrisuren, zunichte macht.
Die Stadt selber ist toll in einer Bucht gelegen, hat ein schönes Fussgängerviertel, eine coole Skyline, viele hippe IN-Lokale und ein fantastastisches Museum, das Te Papa, in dem wir fast drei Tage verbringen. Schlafen können wir zentral auf dem Parkplatz neben dem Museum.
Nach drei Tagen nehmen wir die Fähre und schippern in knappen vier Stunden durch die eindrucksvollen Marlborough Sounds, einer wunderschönen Fjordlandschaft auf die Südinsel rüber. Hier besuchen wir als erstes Andreja, die Schwester meines guten Freundes Dani, die hier mit ihrem frischgebackenen Ehemann lebt. Die beiden nehmen uns herzlich auf und wir werden mit Champagner, Neuseeländischem Wein und excellenter Küche verwöhnt. Herzlichen Dank Andreja und Sean.
Die anschliessenden Tage fahren wir mit dem Auto zwischen den Fjorden herum und lassen die herrliche Landschaft auf uns wirken. Immer wieder finden wir schöne, einsame Plätze wo wir die Abende mit einmaliger Aussicht beschliessen können.
Auf der Jagd nach Highlights geht es weiter in den Abel Tasman NP wo wir wunderschöne Küstengegend und in der Golden Bay schöne Strände und schroffe Küste geboten kriegen.
Von der Nordküste geht es wieder durch herrlich grüne, jaaaa und an tausenden von Schafen vorbei an die Westküste. Hier haben wir unglaubliches Wetterglück. Statt der jährlich 6 Meter Regen, die es hier runterschüttet, haben wir jeden Tag Sonnenschein und geniessen die Fahrt der herrlichen Küste entlang nach Süden. Wir machen die obligaten Abstecher zum Franz Josef und dem Fox Gletscher. Sind schon imposant anzuschauen, wie sie in das enge, grüne Tal bis fast auf Meeresniveau runterfliessen.
Weiter geht es der Küste entlang über den Haast Pass nach Wanaka, wo wir ein paar Tage bleiben und endlich mal wieder unsere Bikes bewegen. Das Wetter ist meist sonnig, doch bei Wind kühlt es merklich ab und die Nächte sind mit 4-8°C auch nicht sonderlich warm. Doch wenn die Sonne scheint, brennt es einem, wegen dem hier vorherrschenden Ozonloch ganz schön die Löffel von der Birne (für unsere hochdeutschen Leser: es brennt uns die Ohren vom Kopf weg).

Fünf Wochen sind wir nun hier in Neuseeland und es ist einfach herrlich. Alles ist sauber und aufgeräumt, die Natur ist wunderschön und abwechslungsreich, das Land besteht nur aus schmucken Einfamilienhäuschen, selbst das kleinste Kaff hat ein Touristeninformations-Büro, wo man sich kiloweise mit Broschüren, Karten und Zeitschriften eindecken kann, überall hat es Raststellen mit PicNic Tischen, Feuerstellen und sauberen Toiletten, wo man das Papier in die Schüssel schmeissen kann (ist nach Südamerika fast schon ein wenig ungewohnt für uns), die Menschen sind im Vergleich zu Südamerika eher reserviert, aber sehr freundlich und hilfsbereit, überall hat es Wegweiser, die es einem schlichtweg verunmöglichen, sich zu verfahren. An den Linksverkehr haben wir uns problemlos gewöhnt, nehmen ihn sozusagen mit Links.
Es ist hier so schön und einfach zum Herumreisen, dass es uns fast schon zu langweilig ist. Keine Polizisten, die uns anhalten und beiläufig ein paar Pesos für den Treibstoff ihres Motorrades erbetteln wollen, keine Schlaglöcher oder Schlammpisten, keine Jugendlichen, die an den Strassenkreuzungen Scheiben waschen oder Bananen, Ananas, oder was auch immer verkaufen wollen. Keine Indigenas, die mit ihren Schafen und Schweinen spazieren gehen, keine Anarchie und Chaos auf den Strassen bei denen der stärkere Vortritt hat. Keine bunten Märkte und Strassenstände, die einem die verschiedensten, exotischen Leckereien zu einem Spottpreis verkaufen.
Hier ist alles so normal wie bei uns in der Schweiz und die Preise sind es ebenfalls. Daneben wird hier jeder Furz (Du hattest recht Fredy !) zur Touristenattraktion hochstilisiert, für den auch noch mächtig abkassiert wird. Auf den Strassen sind hunderte von Wohnmobilen unterwegs und an den Aussichtspunkten ist man selten allein. Doch trotz allem gelingt uns immer wieder, schöne Übernachtungsplätze in der Wildnis, abseits des Touristentrosses zu finden und wir lieben es dem niedlichen Hobbit-Kiwi-Slang zuzuhören.

Das wars mal wieder von uns aus dem schönen, aber wenig herausfordernden Neuseeland.
 

Der Landy wird untersucht, ob wir nicht irgendwelche fremde Organismen, Pflanzen Samen, o.ä. ins Land einschleppen.
Zuzana und Colin
Impressionen aus Auckland
Freudiges Wiedersehen mit Susi und Ruedi, die auf Durchreise in Auckland waren
Beim Nachtessen bei Fiona und Derek
Der Fehler am Kühlschrank ist gefunden !!!
Landy kriegt ne neue Frontscheibe

(yes, some advertisement for Smith&Smith, thanks a lot)

In der Garage von Bruce
Meine Cousine Zuza
Umzug auf Neuseeländisch: Hier wird das ganze Haus aufgeladen und mitgenommen
Ab geht's nach Südwesten
Craters of the moon in Taupo
Wo es Wein gibt, sind wir nicht weit
Typische Städtchen
Mt. Ruapehu, Vulkan mit Skigebiet
Kiwi, der Nationalvogel
Am Heritage Trail
Mt. Egmont
Wieder mal ein herrlicher Übernachtungsplatz
Entlang des Whaganui Rivers, wo es einige Maori Siedlungen gibt
Die andere Seite: Es wird sehr viel abgeholzt
Impressionen aus Wellington
Hmmmm, Fish and Chips
Leinen los, es geht auf die Südinsel
Unterwegs durch die Marlborough Sounds
Bei Andreja und Sean
Weingut in Blenheim
Marlborough Sounds
Unterwegs zum French Pass
Um die Coiffeurkosten zu sparen, erstehen wir für 10 Franken ein Meisterwerk der chinesischen Technik, das schon nach 10 Minuten den Geist aufgibt und repariert werden muss.
Im Abel Tasman Nationalpark
Na, isses ned süssss ?
An der Golden Bay
Unterwegs an der Westküste
Leckerschmecker, es gibt Raclette. Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass man Raclette so ziemlich mit allen Käsen machen kann: Cheddar, Edamer, ... . Hauptsache er verläuft.
Am Franz Josef Gletscher
Fox Gletscher ...
...und herrliche Abenstimmung, mit Blick auf den Mt. Tasman
Ein Kea. Eine rotzfreche Papageienart, die alles was glänzt anknabbert und auch davor nicht zurückschreckt Mützen und Brillen zu klauen.
Nein, wir sind nicht mehr alleine unterwegs
Ein bisschen Sumpf, ein bisschen Strand. Hier gibt es alles.
Über den Haast Pass nach Wanaka
Fast wäre der Turm umgekippt !
Am Lake Wanaka
Auf dem Mountain Bike Funpark. Es gibt unzählige Strecken, mit Steilwandkurven, kleinen und grossen (siehe Bild) Sprüngen, die durch den Wald führen. Zwei Tage kurven wir hier herum und haben unsere Gaudi.
Auf dem Rob Roy Wanderweg mit Blick auf den imposanten Gletscher
Hmmm, Crêpes an wunderbarer Lage
   
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