72. REISEBERICHT:   24.11. - 24.12.2005

Von Wanaka zurück nach Auckland

Bisherige Route Gesamtübersicht:

Diese Etappe:

Zu den Fotos

Vom ruhigen Wanaka geht es ins Adventuresport-Mekka Queenstown. Hier kann man für bare Münze jeden unsinnigen Wahnsinn über sich ergehen lassen: Angefangen beim 100 Meter- Bungeejump, Fallschirmspringen, Helibiken, 4WD-Touren, Jetboaten und abgeschlossen mit einem dutzend verschiedener Lord of the Ring Touren.
Wir verzichten auf all den Touristenkram und machen auf eigene Faust ein paar Ausflüge in der Gegend. Wir fahren dem See entlang nach Glenorchy und erkunden die Seitentäler in denen viele Szenen von Lord of the Ring gedreht wurden, fahren die enge Strasse in den Skippers-Canyon runter, machen einen Abstecher nach Macetown und radeln ohne Helikopter-oder Gondelunterstützung zur Bergstation der Skylinegondel und geniessen die herrliche Aussicht. Die Abfahrt durch den Wald ist verdammt steil und ziemlich anspruchsvoll und macht im Vergleich zu den Wanaka Pisten nicht recht Spass.
Von hier geht es weiter zum Milford Sound, einem der vielen imposanten Fjorde an der Südwestküste. Die Strecke kurz vor dem Fjord ist spektakulär, doch das Wetter zeigt sich nicht von der besten Seite und die Blackflies lieben es uns anzuknabbern. Tags darauf hat der Regen aufgehört und wir entschliessen uns eine zweistündige Bootstour durch den Fjord zu absolvieren. Steil ragen die Wände aus dem Wasser und Wasserfälle stürzen sich tosend ins Meer. Echt beeindruckend.
Weiter geht es, an tausenden von Schafen vorbei (hmm, hatten wir das nicht schon mal?) nach Invercargill und Bluff, den südlichsten Städten Neuseelands. Hier gibt es nicht viel zu sehen und wir fahren der schönen Küste entlang weiter ins verschlafene Universtitätsstädtchen Dunedin. Um 17:30 machen die Läden zu und die Pubs füllen sich sich dafür. Nur ein paar verdutzte Touris irren noch herum und wundern sich, dass sie schon so früh aus den Läden rausgeschmissen wurden. Dieses Schauspiel ist übrigens in den meisten Neuseeländischen Städten zu beobachten.
Weiter geht es der Küste entlang zu  den Moeraki Boulders, grosse, runde, zur Touristenattraktion hochstilisierte Steine. Na, ja, uns haut es nicht aus den Socken und wir biegen ins Inland ab und fahren zum schönen Lake Oahu. Hier bemerken wir, dass die Dieselpumpe ziemlich stark pfeift. Doch ich beruhige Esther, dass mir der Mechaniker versichert hat, dass ein Pfeiffen kein Problem sei und wir locker weiterfahren können. Einen Kilometer später beginnt der Motor zu stocken, stellt ab und will sich partout nicht mehr in Gang bringen lassen. Sch.... !!! Ob dies wohl mit der Einführung des schwefelarmen Diesels hier in Neuseeland zu tun hat? Denn in einer Broschüre wird davor gewarnt, dass in gewissen Fällen Dichtungen und Dieselpumpen ersetzt werden müssten. Zum Glück haben wir noch eine Reservepumpe dabei und nach einiger Zeit gelingt es mir, sie auch einzubauen. Der Motor schickt ein paar schwarze Rauchwölkchen in den Himmel, doch er läuft wieder. Eine Gruppe Einheimischer schaut uns zu und lädt uns nach getaner Arbeit zum Bier ein.
Weiter geht es zum Mt. Cook Nationalpark. Schon die Fahrt entlang dem Lake Pukaki bietet schöne Ausblicke auf Mt. Cook, den mit 3'754 Metern höchsten Gipfel Neuseelands.
Im hervorragend ausgestatteten Visitorcenter erkundigen wir uns nach möglichen Ausflügen und entscheiden uns für die Begehung des Ball Pass. Normalerweise wird er in 2-3 Tagen begangen, doch kann er auch in einer langen Tagesetappe überquert werden. Wir ziehen dies vor, da wir dann nicht noch Zelt, Schlafsäcke etc. mitschleppen müssen.
Um 6:00 geht es los. Wir machen ein gutes Tempo und nach 3 Stunden sind wir schon am Fusse des steilen Couloirs. Hier rauf, dann einer einer steilen Geröllhaldenflanke entlang, Steigeisen anziehen und die letzten eineinhalb Stunden auf dem Schneefeld Richtung Pass. Um13:00 stehen wir auf dem Pass und geniessen die herrliche Aussicht auf die Gletscher, die umliegenden Berge und den zum Greifen nahen Mt. Cook. So, jetzt nur noch runter. Denkste. Der Abstieg zur anderen Seite ist viel mühsamer als der Aufstieg und wir kommen erst um 17:30 am Fusse des Gletschers an. Jetzt geht es noch 2-3 Stunden zum Parkplatz und von dort sind es "nur" noch 10 km auf der Strasse bis zu unserem Auto, doch vielleicht nimmt uns ja jemand mit. Nach einer Stunde Wanderung dem Gletscher entlang, beginnt es zu regnen. Zum Glück haben wir Regenbekleidung dabei und trotten, nun schon ziemlich müde, dem Parkplatz entgegen. Um diese Zeit nimmt uns sicher niemand mehr mit. Um 20:00, mittlerweile 14 Stunden unterwegs, kommen wir beim Parkplatz an. Hier hat eine australische Familie ihr Biwak aufgeschlagen. Doch obwohl ich mit dem Zaunpfahl winke, ob sie uns mit ihrem Mietauto nicht schnell zurückfahren wollen, steigen sie nicht darauf ein und wir trotten weiter. Nur noch 10km. Doch nach 20 Minuten hören wir ein Auto hinter uns und der Australier meint, es regne immer stärker und er würde uns zu unserem Auto mitnehmen. Hurra, wir müssen nicht mehr latschen!!! Beim Auto angekommen, wärmen wir noch schnell die Pasta auf, verteilen die nassen Sachen irgendwie im Auto und knallen uns todmüde ins Bett.
Tags darauf ist es verhangen und von Bergen keine Spur, haben wir ein Glück mit dem Wetter gehabt! Auf dem Weg nach Christchurch, machen wir noch einen Abstecher zu Peter Lynn, der in Ashburton Drachen und Kites von Weltrenomée produziert. Wir fahren an die, in seiner Webpage angegebene, Adresse und statt vor einer high tech Fabrik zu stehen, öffnet seine Gattin die Haustüre und meint, er sei nicht zu Hause, doch ein Kollege könne uns in der Fabrik herumführen. Bereitwillig werden wir über eine Stunde lang herumgeführt und erfahren einiges über die wilden Projekte dieses Tüftlers.
In Christchurch können wir bei Greg und Rachel bleiben, die zufällig auf unsere Website gestossen sind und uns spontan zu sich nach Hause einladen. Zur gleichen Zeit trifft unser guter Freund Frank Fitzlaff mit seiner Familie in Christchurch ein und wir holen sie am Flughafen ab. Welch Wiedersehensfreude nach mehr als drei Jahren. Die nächsten drei Tage verbringen wir zusammen, es gibt natürlich viel zu erzählen und wir geniessen es mit ihnen zusammen zu sein und ihren zwei Töchtern herumzublödeln. Die Stadt selber hat ein sehr britisches Flair mit kolonialen Häusern, Brücken und Kanälen und wir schlendern gemütlich herum. Nach drei Tagen heisst es Abschied von ihnen zu nehmen und während sie sich Richtung Süden aufmachen, fahren wir weiter zur Fähre auf die Nordinsel zurück.
Das Wetter ist miserabel und wir kriegen herzlich wenig von der schönen Überfahrt mit. In Wellington erledigen wir noch die letzten Weihnachtseinkäufe (jaaa, auch Globetrotter bleiben davon nicht verschont) und weiter geht es der Ostküste entlang nach Napier. Diese Stadt 1934 wurde von einem Erdbeben zerstört und man hat sie im Art Deco Stil neu erbaut. Schön zum Herumschlendern und die Gegend rundherum gehört  den Hauptweinanbaugebieten Neuseelands. Natürlich probieren wir auch den einen oder anderen Tropfen.
Wir folgen weiter der Ostküste bis zum Eastcape mit seinen schönen Buchten und Stränden. Ein kurzer Zwischenhalt in Rotorua mit seinen heissen, blubbernden, stinkenden und völlig überteuerten Schwefelquellen. Wir setzen zum Endspurt an und fahren noch über die wunderschöne Halbinsel Coromandel mit seiner zerklüfteten Küste und den wunderschönen Stränden. Es ist kurz vor Weihnachten und wir sind fast die einzigen, die nach Auckland rein fahren, alle anderen flüchten vollbepackt aus der Stadt.

Weihnachten steht unter dem Motto Essen und Trinken. Drei volle Tage werden wir mit feinen Apéros, exquisitem Wein und einem typisch skottischen Truthahn verwöhnt.
Thanks a lot Zuza, Colin, Derek and Fiona !!!
Und da es zum Besuch des Pferderennens zu schlechtes Wetter ist, bleiben wir am 26. zu Hause und ziehen uns die volle Trilogie von Herr der Ringe rein, unterbrochen von ein paar Apéro- und Häppchenpausen.

Tja, das wärs mal wieder. Das Jahr 2005 neigt sich dem Ende zu. Ein interessantes, abwechslungsreiches und abenteuerliches Jahr liegt hinter und wir sind gespannt was wir im nächsten Jahr so alles erleben werden.

Bis dann.


 

Queenstown
Unser herrlicher Schlafplatz hoch über dem See
Action rund um Queenstown
Weindegustation auf Neuseeländisch.
Richtung Glenorchy und weiter nach Paradise
Im Skippers Canyon
Historisches Goldgräberstädtchen Arrowtown
Geschafft, wir sind oben ...
... jetzt müssen wir nur noch runter
Richtung Milford Sound
Ein frecher Kea, der alles anknabbert, was ihm vor seinen spitzen Schnabel kommt. Am liebsten Fensterdichtungen, Antennen und und und ....
Milford Sound
Invercargill
Oberhalb von Bluff, der südlichsten Stadt Neuseelands
Der Küste entland nach Dunedin
Sommer in Neuseeland
Dunedin
Rund um Dunedin
Unterwegs zum Mt. Cook
Früh morgens geht es los ...
... zum Ball Pass
Geschafft, wir sind oben
Jetzt geht es nur noch runter, haha. Der Aufstieg war ein Klacks gegen den Abstieg.
Christchurch
Bei Greg und Rachel.

Thanks a lot !!!

Akaroa Halbinsel
Wiedersehen mit den Fitzlaffs
Bei Robin und Craig.

Thank you !

Robin ermöglicht es uns, einen Besuch in ihrer Schule zu absolvieren
Art Deco Stadt Napier
Rund ums East Cape
Rotorua und seine Schwefelquellen
Zorbing bei Rotorua.
Rein in den Gummiball und den Hügel runter
Coromandel Halbinsel
Wohnmobil auf Neuseeländisch
Weihnachten 2005 zusammen mit Colin, Zuza, Fiona und Derek

 

Esther kriegt eine neue Frisur geschenkt ...

 

 

 

... und ich eine Single Malt Probierpackung

Bereit fürs Festessen
Hmmm, das hat geschmeckt.
Weihnachten in Auckland:

BBQ am Strand

Noch ein paar Impressionen aus Auckland
Bis bald im nächsten Jahr !!!
   
Letzter Reisebericht Seitenanfang Nächster Reisebericht